Nachwuchsdirektor Hannes Wolf hat euphorisch auf die Gründung einer U21-Liga reagiert in sich bei Mit-Initiator Jürgen Klopp dafür bedankt. «Ich habe Jürgen schon gratuliert. Das ist wahrscheinlich die am schnellsten eingeführte Liga in der deutschen Fußballgeschichte», sagte der 44-Jährige dem TV-Sender Sport1. Klopp kennt ein solches Modell aus seiner Zeit in England beim FC Liverpool und hat es in Deutschland mehrfach empfohlen.
Bisher war es laut Wolf nicht so einfach, beim Übergang in den Seniorenbereich Spielzeiten zu generieren. Die Konkurrenz im Spitzenbereich sei groß. «Da Orte zu schaffen, wo man spielen und sich entwickeln kann, das macht unglaublich Sinn», sagte der U20-Nationaltrainer.
Darauf setzt auch Bayern-Sportdirektor Christoph Freund. «Es ist für das ganze Fußballland Deutschland interessant, so etwas auszuprobieren mit dem Hintergrund, dass die Jungs Spielzeiten bekommen», sagte Freund.

Wolf: «90 Minuten auf dem Platz sind unersetzbar»
Wolf führte an, dass gerade Spieler zwischen 19 und 23 Jahren unheimlich viel lernen würden. Daher müsse die Ausbildung dort weitergehen. Mit der neuen Liga würde die dafür nötige Plattform geschaffen werden. «Wenn wir einen Ort schaffen mit flexiblen Wechseln ist das top. 90 Minuten auf dem Platz, auf deiner Position in unterschiedlichen Situationen sind unersetzbar», sagte Wolf.
Er sieht den neuen Wettbewerb nicht als Konkurrenz zur 3. und 4. Liga, wo etliche Zweitvertretungen von Bundesligisten spielen. «Wir können so flexibel dazu bauen», betonte er.
Zustimmung aller 36 Profi-Clubs
Die 36 Proficlubs hatten auf der DFL-Versammlung am vergangenen Dienstag ohne Gegenstimme die Einführung einer eigenen U21-Liga ab der Saison 2026/27 beschlossen. Damit soll die Talentförderung im deutschen Fußball weiter professionalisiert werden. Die Teilnahme ist für Spieler im Übergangsbereich der Altersklassen U17 bis U21 vorgesehen.
Der FC Bayern habe die Einführung des neuen Formats unterstützt. «Wenn wir im Herbst Youth League spielen mit unserer Mannschaft, dann wird es vom Zeitplan her schwierig, noch Spiele einzubauen», sagte Freund mit Blick auf die internationalen Duelle der Münchner Talente. «Aber im Frühjahr sieht es dann vielleicht schon wieder anders aus.» Spielzeiten für junge Spieler seien «einfach das Wichtigste und nicht zu ersetzen».
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