Jafar Panahi
Jafar Panahi steht mit seinem Film «Ein einfacher Unfall» auf der Oscar-Shortlist für den Besten Internationalen Film. (Archivbild)
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Mohammad Rasoulof
Rasoulof war vergangenes Jahr mit seinem Film «Die Saat des heiligen Feigenbaums» für einen Oscar nominiert. (Archivbild)
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Kino
Regisseure Panahi und Rasoulof: Keine Gespräche mit Teheran

Die iranischen Regisseure Mohammad Rasoulof und Jafar Panahi haben das Regime in Teheran scharf verurteilt und erklärt, mit der Islamischen Republik könne man nicht verhandeln. «Die Islamische Republik Iran ist ein faschistisches, mörderisches und brutales Regime», teilten sie in einem Statement auf Instagram mit. 

«In den letzten Tagen wurden Tausende Menschen auf den Straßen des Iran getötet», schrieben sie weiter. «Diese Gewalt bedroht die ganze Welt. Mit diesem Regime kann man nicht verhandeln. Diese Gewalt muss ein Ende haben.»

Filmemacher Panahi ruft zu Solidarität auf

Panahi schrieb zudem: «Dies ist keine isolierte Krise und auch nichts Neues. Das geschieht schon seit Jahren. Ein System, das auf Gewalt und Unterdrückung basiert, kann nicht durch Verhandlungen reformiert werden. Das hat die Geschichte deutlich gezeigt. Schweigen und Gleichgültigkeit lassen diese Verbrechen nur weitergehen. Sich mit dem iranischen Volk zu solidarisieren bedeutet, sich zu weigern wegzuschauen.»

Seit mehr als zwei Wochen demonstrieren Iranerinnen und Iraner gegen das autoritäre Herrschaftssystem der Islamischen Republik. Die durch eine Wirtschaftskrise ausgelösten Proteste haben sich inzwischen zu einem landesweiten Aufstand entwickelt. 

Menschenrechtler: Mehr als 2.500 Tote bei Protesten im Iran

Der Sicherheitsapparat reagiert mit brutaler Härte. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Hengaw mit Sitz in Norwegen sind seit dem Ausbruch der Proteste mindestens 2.500 Menschen im Iran ums Leben gekommen. 

Rasoulof und Panahi sind dafür bekannt, sich in ihren Filmen kritisch mit der Politik ihres Heimatlandes auseinanderzusetzen. Beide sind seit Jahren im Visier der iranischen Justiz und drehen ihre Filme im Iran ohne Genehmigung.

Panahi in Abwesenheit zu Haftstrafe verurteilt

Panahi gewann mit seinem jüngsten Film «Ein einfacher Unfall» die Goldene Palme in Cannes und steht auf der Oscar-Shortlist für den Besten Internationalen Film. Er setzt sich darin mit Erlebnissen im Gefängnis und der Gewalt des iranischen Regimes auseinander. Während der Regisseur im Ausland seinen Film vorstellte, verhängte ein Revolutionsgericht in Teheran in Abwesenheit gegen ihn eine Haftstrafe.

Rasoulof war vergangenes Jahr mit seinem Film «Die Saat des heiligen Feigenbaums» für einen Oscar nominiert. Der politische Thriller thematisiert die Massenproteste im Iran nach dem Tod der jungen Kurdin Jina Mahsa Amini im September 2022. 

Nach Anklagen und Haftandrohung hatte Rasoulof den Iran 2024 verlassen und war nach Hamburg gegangen.

© dpa-infocom, dpa:260114-930-542635/1

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