Er ist bekannt für seine Skibrille und Vokuhila, hat bislang drei Nummer-Eins-Singles in den Charts gelandet und Millionen Hörerinnen und Hörer: Ski Aggu («Friesenjung») ist mit seiner Party-«Atzenmusik» mittlerweile fest im Deutschrap angekommen. Der gebürtige Berliner mischt Technobeats, elektronische Musik und Rap mit Wortspielen und bricht immer wieder ironisch mit seinem Image.
Jetzt ist sein neues Album «Ski Aggu Musik» erschienen - obwohl oder nachdem er im Dezember eigentlich eine Auszeit angekündigt hatte, um «Work and Travel» in Australien zu machen. Die fiel dann doch kürzer aus als manche vielleicht gedacht hätten. Schon im April, also vier Monate später, meldete sich der Rapper, der bürgerlich August Jean Diederich heißt, mit seiner Single «Geld» und einem denkwürdigen Auftritt im SAT.1-«Frühstücksfernsehen» zurück.
Das «Comeback»: Füße massieren im «Frühstücksfernsehen»
Dort erschien er im neuen Look: barfuß, im Boho-Outfit mit langen Haaren und in Begleitung einer Frau und eines Mannes, mit denen er angeblich eine polyamore Beziehung führt. Der Rapper erzählte, er wolle jetzt «möglichst bewusst das Leben wahrnehmen» und massierte die Füße von Moderatorin Marlene Lufen. Die Inszenierung erinnert an die vieldiskutierte Performance von Rapperin Ikkimel im ZDF-«Morgenmagazin» ein paar Monate später.
Bei dem vermeintlichen Imagewandel blieb es aber dann doch nicht. In «Ski Aggu Musik» trifft wieder Techno auf Rap - gemischt mit schnellem Hardtekk, Dubstep und Jumpstyle. Die Songs drehen sich um Partys und Clubnächte («Geld»), die Sehnsucht nach dem Sommer und Liebeskummer («Verschwommen»), aber auch um das Leben im Rampenlicht.
War die Auszeit in Australien nur ein «Joke»?
In dem entspannteren Song «384 Tage» rappt Ski Aggu etwa: «Ich wär gern privater, doch das Blitzlicht macht uns süchtig» und er lebe «wie ein König aber trotzdem bin ich irgendwie nicht glücklich». Die Kunstfigur bekommt man aber schwer zu fassen. In «Wer ist Aggu» verrät er einerseits über seine Auszeit: «Ich und Australien war nur ein Joke, ich brauchte niemals 'ne Pause». Andererseits erzählt er im gleichen Song, dass er im Winter einen «miesen Burn-out» hatte und auf Partys manchmal in der Ecke sitzt und denkt, dass ihm alles egal ist.
Ob die Auszeit in Australien nun wirklich gewollt oder doch nur ein Spaß war: Der Berliner Rapper dürfte mit seinem unterhaltsamen neuen Album seine Fans glücklich machen. In einem Instagram-Beitrag von Ende Mai schrieb er unter den Ausschnitt eines Auftritts: Ja, er sei wirklich in Australien gewesen, verändert habe er sich allerdings nicht, also «alles beim alten».
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