Die aktuelle Flüchtlingsdebatte hat auch die deutsche Musik-Szene erreicht – zum wiederholten Mal: Wer beobachtet, welche Lieder derzeit besonders häufig auf Facebook und Twitter verbreitet werden, findet auffallend viele Stücke, die Anfang der 1990er-Jahre entstanden sind.
Wie heute wurden auch damals Asylbewerberunterkünfte angegriffen. Doch auch mit aktuellen Liedtexten richten viele Bands und deren Fans Appelle gegen jede Form des Rassismus. Ein Beispiel sind die Musiker von Deichkind, die auf unserem Foto zu sehen sind. Die Lieder zehn weiterer Bands hat die PZ zusammengetragen. Mehr Infos zu den Lieder gibt es am Samstag in der "Pforzheimer Zeitung".
BAP, Bläck Fööss, Höhner, Willy Millowitsch und viele andere: Arsch huh, Zäng ussenander (auf hochdeutsch: Arsch hoch, Zähne auseinander)
Erscheinungsjahr: 1992
Beste Chart-Platzierung: 31
Die Toten Hosen: Willkommen in Deutschland
Erscheinungsjahr: 1993
Beste Chart-Platzierung: Keine Single-Auskopplung des Liedes. Das Album „Kauf mich!“, auf dem es erschienen ist, kam auf Platz 1.
Die Ärzte: Schrei nach Liebe
Erscheinungsjahr: 1993
Beste Chart-Platzierung: 9
Konstantin Wecker: Die Ballade von Amadeu Antonio Kiowa
Erscheinungsjahr: 1993
Beste Chart-Platzierung: Nicht in der Top 100
Pur: Neue Brücken
Erscheinungsjahr: 1994
Beste Chart-Platzierung: 79
Samy Deluxe: Weck mich auf
Erscheinungsjahr: 2001
Beste Chart-Platzierung: 4
Brothers Keepers: Adriano (Letzte Warnung)
Erscheinungsjahr: 2001
Beste Chart-Platzierung: 5
Kraftklub: Schüsse in die Luft
Erscheinungsjahr: 2014
Beste Chart-Platzierung: nicht in den Top 100
K.I.Z.: Boom, Boom, Boom
Erscheinungsjahr: 2015
Beste Chart-Platzierung: 33
Donots: Dann ohne mich
Erscheinungsjahr: 2015
Beste Chart-Platzierung: Keine Single-Auskopplung des Liedes. Das Album „Karacho“, auf dem es erschienen ist, kam auf Platz 5.
Auf der Internetseite www.aktion-arschloch.de kann man im Übrigen mit dafür sorgen, dass das Anti-Nazi-Lied "Schrei nach Liebe" von den Ärzten wieder in die Charts kommt.

