Das spanische Familiendrama «Los Domingos» (Die Sonntage) der Regisseurin Alauda Ruiz de Azúa (48) ist bei der 40. Ausgabe der Goya-Filmpreise als bester Film ausgezeichnet worden. Bei der Gala-Veranstaltung in Barcelona erhielt der Film zudem auch Preise für die beste Regie, beste Hauptdarstellerin (Patricia López Arnaiz) und das beste Originaldrehbuch. Die Goya-Filmpreise gelten als spanische Oscars.
«Los Domingos» hatte im vergangenen September bereits die Goldene Muschel auf dem A-Festival in San Sebastián gewonnen. Der Film erzählt die Geschichte der 17-jährigen Ainara, die als sehr idealistisch und begabt beschrieben wird. Ihre Familie erwartet, dass sie eine gewöhnliche universitäre Laufbahn einschlagen wird. Doch sie spürt eine zunehmende Nähe zu Gott und zieht in Betracht, als Nonne in ein Kloster einzutreten.
Die Entscheidung stößt in ihrer Familie auf große Überraschung und löst Spannungen aus: Erwartungen, Zweifel, Familienbeziehungen und Glauben werden hinterfragt. Der Film zeigt, wie die einzelnen Familienmitglieder mit der Situation umgehen und sich fragen, ob es sich um eine Sekte oder Religion, um Glaube oder Manipulation handelt.
Norwegisches Drama als bester europäischer Film ausgezeichnet
Der Preis für den besten europäischen Film ging an das norwegische Drama «Sentimental Value» von Joachim Trier. Der Film handelt von den Schwestern Nora und Agnes, die nach dem Tod ihrer Mutter mit ihrem entfremdeten Vater Gustav, einem berühmten Regisseur, konfrontiert werden, der sie einst für seine Karriere verließ. «Sentimental Value» ist für neun Oscars nominiert, darunter bester Film, beste Regie, bester internationaler Film sowie Kategorien für Schauspieler wie Renate Reinsve und Stellan Skarsgard.
US-Star Sarandon hielt politische Ansprache
Die US-Schauspielerin und Produzentin Susan Sarandon (79) erhielt den Goya-Preis International für ihr Lebenswerk. Sarandon, die 1996 einen Oscar für ihre Rolle in «Dead Man Walking» erhielt, äußerte ihre Bewunderung für Spanien. «In diesen Zeiten, in denen die Welt von Gewalt und Grausamkeit beherrscht wird, sehe ich Ihren Regierungschef und viele dieser Künstler und spüre, dass sie die moralische Klarheit besitzen, mir zu helfen», sagte die 79-Jährige unter dem Applaus des Publikums, zu dem auch der linke Regierungschef Pedro Sánchez gehörte. Sie fühle sich so weniger allein, fügte Sarandon hinzu.
Die Goya-Preise sind nach dem berühmten spanischen Maler Francisco de Goya (1746–1828) benannt. Die Trophäe, die an die Preisträger verliehen wird, ist eine Bronzebüste von Goya und soll die Verbindung zu spanischen Kunst und Kultur symbolisieren.
© dpa-infocom, dpa:260301-930-750925/1

