Der schwedische Krimi-Autor Håkan Nesser hat in den letzten Wochen seiner Haftstrafe als Museumsführer gearbeitet. Er habe Besuchern das Militärkrankenhausmuseum in Lärbro auf Gotland gezeigt, aber sich natürlich auch vorgestellt, sagte Nesser kurz vor dem Ende seiner Strafe dem Sender Sveriges Radio. Er zeige aber auch seine elektronische Fußfessel und sage, was er über die schwedischen Behörden denke.
Die unentgeltliche Arbeit im Museum war Teil der Bewährungsauflagen. Einige Besucher sagten, sie seien nur gekommen, weil sie Nesser treffen wollten. Am Freitag ist Nessers letzter Arbeitstag im Museum, am Sonntag wird er seine Fußfessel los.
Nesser war 2024 zu 18 Monaten Haft verurteilt worden, weil er gemeinsam mit seiner Frau fast 15 Millionen schwedische Kronen (knapp 1,4 Mio. Euro) von Unternehmen in Malta abgezogen hatte, ohne die Dividenden bei der schwedischen Steuerbehörde zu melden. Nesser hat jede Schuld abgestritten und von einem unbeabsichtigten Fehler seines Finanzberaters gesprochen.
Ende Mai wurde er aus dem Gefängnis entlassen und durfte den Rest seiner Strafe mit elektronischer Fußfessel zu Hause verbüßen. «Jetzt habe ich die volle Freiheit, jetzt werde ich arbeiten», sagte er der Nachrichtenagentur TT mit Blick auf das Ende der Haft. «Dann werde ich irgendwann anfangen zu schreiben.» Aber jetzt wolle er erst einmal Abstand gewinnen. Im Gefängnis habe er Häftlinge interviewt. 150 Seiten habe er von Hand geschrieben, weil er keinen Computer mit ins Gefängnis bringen durfte.
Nesser ist einer der bekanntesten schwedischen Autoren. In Deutschland zählt er zu den beliebtesten Vertretern des Skandinavien-Krimis. Er hat 48 Bücher geschrieben, von denen weltweit etwa 20 Millionen Exemplare verkauft wurden.
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