KI-generierte Figur Norwood erhält ihr erstes Spielfilm-Projekt
Tilly Norwood wurde gänzlich von einem Computerprogramm generiert. (Handout)
Particle 6/dpa
Boulevard/Kultur
KI-generierte Figur erhält erste Spielfilm-Rolle

Eine umstrittene, von Künstlicher Intelligenz generierte Figur mit dem Namen Tilly Norwood wird erstmals in einem Filmprojekt eingesetzt. Der geplante Film «Misaligned» sei ihr erster abendfüllender KI-Spielfilm und die erste Produktion, in der Norwood «die Führung» übernehme, gab das in London ansässige KI-Studio Particle 6 bekannt. Der als Comedy-Drama beschriebene Film befinde sich nun in der Entwicklung, hieß es weiter. Es sei eine «Hybrid-Produktion» mit traditionellen Film- und Fernsehtalenten, darunter Regisseure und Autoren, und KI-Spezialisten. 

Laut der Beschreibung spielt die Story in einer digitalen Welt namens «Tillyverse», in der die KI Tilly plötzlich in eine Krise gerät und menschliche Gefühle und Sehnsüchte entwickelt. «Mit Tilly Norwood wollten wir der Kreativbranche von Anfang an aufzeigen, was zu einem bestimmten Zeitpunkt mit KI alles machbar ist», sagte die Unternehmerin und Gründerin von Particle 6, Eline van der Velden, in einer Mitteilung. 

Umstrittene KI-Figur

Die dunkelhaarige KI-Figur war 2025 beim Industrietreffen des Züricher Film Festivals vorgestellt worden. Van der Velden sagte damals dem Magazin «Broadcast International»: «Wir wollen, dass Tilly die nächste Scarlett Johansson oder Natalie Portman wird.» 

In Hollywood gab es empörte Reaktionen. Die Schauspielergewerkschaft SAG-AFTRA wählte deutliche Worte: «Tilly Norwood ist keine Schauspielerin.» Sie sei eine Figur, die von einem Computerprogramm generiert wurde, das auf der Arbeit unzähliger Darsteller aufbaue, ohne Erlaubnis oder Vergütung. 

Auch Filmschaffende übten Kritik, darunter Schauspielerin Emily Blunt («Der Teufel trägt Prada», «Disclosure Day – Der Tag der Wahrheit»). Im Interview mit dem Magazin «Variety» wurden ihr Aufnahmen von Norwood gezeigt. «Das ist KI? Meine Güte, wir sind verloren. Das ist sehr, sehr beunruhigend», sagte Blunt damals.

© dpa-infocom, dpa:260707-930-344694/1

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