Böhmermann kocht wieder
Abermals begrüßt Böhmermann darin prominente Gäste, um mit ihnen zu kochen. (Handout)
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TV Ausblick - ZDFneo - "Böhmi brutzelt"
Von Samstag an ist die nächste Staffel im Fernsehen zu sehen. (Handout)
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Mehr Talk als Taste: Jan Böhmermann brutzelt wieder
Jan Böhmermanns Angebot für den Sommer lautet: neue Folgen seiner Kochshow. (Archivbild)
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Boulevard/Kultur
Kohlrouladen voraus: Böhmermann kocht wieder

Die deutsche Fernsehgeschichte kennt einige große Männer am Herd: Alfred Biolek, Tim Mälzer, Horst Lichter. Den Namen Jan Böhmermann hätte man in dieser Reihe lange eher als Störung denn als Fortsetzung vermutet. Ein Irrtum. Seit 2021 schon schwingt der Satiriker in seinem Format «Böhmi brutzelt» den Kochlöffel. Von Samstag an (18. Juli, 19.45 Uhr, ZDFneo) ist die nächste Staffel im Fernsehen zu sehen, es ist bereits die fünfte. Im Stream sind die acht neuen Folgen von 2026 bereits abrufbar.

Abermals begrüßt Böhmermann darin prominente Gäste, um mit ihnen zu kochen. Mit dabei sind diesmal etwa Sängerin Maite Kelly, Moderatorin Laura Larsson, Content-Creatorin Frau Gretel, Stand-up-Komikerin Filiz Tasdan und der Mode-Experte Bruce Darnell, der einst durch die ProSieben-Show «Germany's Next Topmodel» bekannt wurde («Die Handtasche muss lebendig sein!»). Böhmermann kocht für ihn Kohlrouladen.

Dass der Satiriker auch in der Küche seinen Spaß an Meta-Witzen nicht verloren hat, zeigt gleich die erste Folge: Ausgerechnet Fernsehkoch Tim Mälzer steht mit dem Hobbykoch am Herd. Derart selbstreferenzielle Scherze gehören seit Jahren zum Markenzeichen Böhmermanns.

Der Geist von «alfredissimo»

Ohnehin geht es bei «Böhmi brutzelt» weniger um das perfekte Essen als um die Unterhaltung. Als Böhmermann mit der Sendung startete und manch einer einen Aprilscherz (obwohl es schon Juli war) vermutete, definierte er sich als eine Art Wiedergänger von Alfred Biolek (1934-2021) und dessen Sendung «alfredissimo». Mit Hochleistungskochshows wie «The Taste» oder «Die Küchenschlacht» hat «Böhmi brutzelt» tatsächlich wenig gemein.

Bei «alfredissimo» war die Plauderei stets noch etwas wichtiger als die Gerichte, die am Ende auf dem Teller landeten. Zugleich lebte die Sendung von ihrem Gastgeber, der mit dem Dargebotenen umzugehen versuchte. Biolek habe man die «Verachtung für seinen Gast manchmal wirklich angemerkt», meine Böhmermann mal. «Oder für das Gericht. Oder auch die eigene Unfähigkeit. Er hatte viele komische Fernsehmomente.»

Auch wenn Böhmermann die Grandezza eines Bioleks noch nicht erreicht haben mag – mit Witz und klaren Positionen kennt er sich aus. Seit 2020 läuft sein «ZDF Magazin Royale» im ZDF-Hauptprogramm, zuvor hatte er sich mit dem Vorläufer «Neo Magazin Royale» beim Spartensender ZDFneo warmgelaufen. Eines kann man ihm kaum vorwerfen: dass er zu den Themen seiner Sendungen keine Haltung hätte. Wer Böhmermann einschaltet, bekommt selten Neutralität serviert. Fans schätzen ihn gerade dafür, seine Kritiker hingegen weniger.

Das Böhmermann-Universum

In den vergangenen Jahren war gleichwohl zu merken, dass der 45-Jährige sein Schaffen breiter aufstellt. Ende 2025 wurde bekannt, dass es 2026 etwas weniger Folgen seines Flaggschiffs «ZDF Magazin Royale» als in den vergangenen Jahren geben werde. Zuletzt liefen am Freitagabend – eigentlich das Revier des Meisters – Ableger der Sendung, durch die Caro Worbs und Chris Sommer führten. Beides bekannte Gesichter aus Böhmermanns Show – er selbst hielt sich zurück.

Passenderweise wird in einer neuen Folge von «Böhmi brutzelt» nun ebenfalls Caro Worbs zu Gast sein. Die Sendung ist damit nicht nur Kochshow, sondern auch ein Schaufenster für das Universum, das der Satiriker um sich aufgebaut hat. Das muss nun nur dem Publikum weiter schmecken.

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