Zeit, die Reichen mal wieder übers Ohr zu hauen! Denn Lupin ist zurück. Mit spektakulären Coups hält der Gauner, der eigentlich Assane Diop heißt, ganz Paris in Atem. Seine Ideen holt er sich aus den Romanen von Maurice Leblanc, der sich vor mehr als 100 Jahren die Figur des französischen Meisterdiebs Arsène Lupin ausgedacht hat. Auf Netflix startet nun die 4. Staffel von «Lupin» mit acht Episoden (Streamingstart: 23. Oktober). Wissenswertes rund um die französische Serie mit Omar Sy, die eine feste Fangemeinde hat.
Die Besetzung
Omar Sy glänzt in der Rolle des Lupin, der die Polizei mit genialen Plänen immer wieder hinters Licht führt, aber auch seine Ex-Freundin Claire (Ludivine Sagnier) in Gefahr bringt, ebenso wie ihren gemeinsamen Sohn Raoul, ab der neuen Staffel gespielt von Théo Christine. Assanes Gegenspieler bei der Polizei: Soufiane Guerrab als Ermittler Youssef Guedira, der ebenfalls von der Romanfigur des Meisterdiebs fasziniert ist. Ihm zur Seite steht die Polizistin Sofia (Shirine Boutella). Antoine Gouy spielt Assanes besten Freund Benjamin.
So fing alles an
Assane wächst bei seinem Vater Babakar auf, einem Chauffeur. Dieser arbeitet für den superreichen Unternehmer Hubert Pellegrini (Hervé Pierre), der neben seinen Geschäften auch krumme Sachen dreht. Eines Tages verdächtigt Pellegrini seinen Fahrer, ein überaus wertvolles Collier geklaut zu haben. Babakar muss ins Gefängnis und kommt dort zu Tode. Für seinen Sohn Assane, damals noch ein Teenager, ein Schock, den er nie ganz überwindet. Als er 25 Jahre später erfährt, dass sein Vater unschuldig im Knast saß und Pellegrini der wahre Schuldige war, sinnt Assane auf Rache. Sein Vorteil: weil er schwarz ist, nehmen ihn Mitglieder der feinen Gesellschaft oft gar nicht richtig wahr - eine Form des Alltagsrassismus, die Lupin aber zu nutzen weiß.
Darum nennt er sich Lupin
Das hat mit einem Buch zu tun, das Babakar seinem Sohn einst geschenkt hat: «Arsène Lupin, der Gentleman-Gauner». Assane hält das Geschenk in Ehren, als eine wichtige Verbindung zu seinem Vater. Und die Geschichten über Arsène Lupin begeistern ihn - ein Dieb, der die Reichen und Mächtigen austrickst und beklaut und das ohne Gewalt, nur mit Scharfsinn und verrücktesten Einfällen. Für Assane ein Vorbild in jeder Hinsicht, denn er erträgt es nicht mehr, dass sich die Mächtigen bedienen und fest überzeugt sind, dank ihrer guten Kontakte über Recht und Gesetz zu stehen und sich im Notfall freikaufen zu können.
Superstar Omar Sy

Die erste Staffel ging 2021 an den Start. Omar Sy überzeugte mit einer Mischung aus Witz, Gerissenheit und Nachdenklichkeit. Dabei muss sich seine Figur auch gegen Vorurteile zur Wehr setzen - als Schwarzer in einer von Weißen dominierten Gesellschaft. Eine Erfahrung, die Sy auch selbst machte. «Die Leute schauen dich nur an und sagen: "Du bist schwarz und du bist aus der Banlieue", und alle Türen sind geschlossen», sagte der Franzose mal in einem Interview. «Ich hatte den Wunsch, etwas anderes zu sein. Wenn ich eine Tür sehe, die etwas offen ist, werde ich einen Weg finden durchzukommen.»
Das geklaute Collier
Nach dem Serienstart waren die Erwartungen hochgesteckt. Für Staffel zwei mussten die Macher Kritik einstecken. In der Tat wird oft einfach vorausgesetzt, dass Lupin seine Stunts und raffinierten Raubüberfälle am Ende doch locker durchzieht, auch wenn es noch so unwahrscheinlich erscheint. Die zehn Folgen der ersten beiden Staffeln bilden eine Einheit - hier steht das Rätsel des geklauten Colliers und Assanes Jagd auf Pellegrini im Vordergrund. Dabei wird sogar sein Sohn Raoul entführt und gerät in Lebensgefahr.
Ein fieser Cliffhanger
In Staffel drei will Assane seine Familie in Sicherheit bringen. Damit das gelingt, schmiedet er einen überaus drastischen Plan. Doch bevor er den umsetzen kann, wird er gezwungen, einen letzten großen Diebstahl auszuführen: Er soll eine kostbare schwarze Perle klauen. Dabei wird er mit seiner Vergangenheit konfrontiert. Am Ende der sieben Folgen steht jedenfalls ein fieser Cliffhanger, der Fans die Auflösung in Staffel vier ungeduldig erwarten ließ.

Neue Staffel: Genie gegen Computerhirn
Die neue Staffel spielt vier Jahre nach der letzten Folge von Staffel drei. Und gleich zu Beginn wird es sehr spannend. Plötzlich taucht auf allen Handys und öffentlichen Bildschirmen etwa an Bahnhöfen oder Werbetafeln eine mysteriöse Botschaft auf - angeblich von Lupin. Darin verkündet er einen «unmöglichen Coup»: Er will aus dem Gefängnis ausbrechen und gleichzeitig in zwei Museen einbrechen - Punkt 20.00 Uhr. «Ich hab nichts damit zu tun», versichert Assane seinen Bewachern im Knast. Hat er einen Nachahmer gefunden, der ihm die Taten in die Schuhe schieben will? Oder war es Assane am Ende doch selbst?
Hochgerüstete Technik
Der Beginn der vierten Staffel ist vielversprechend und bringt eine neue Facette ins Spiel. Denn anders als bisher geht es nicht nur darum, dass Assane in passender Verkleidung und mit täuschend echter Gesichtsmaske die Polizei narrt und seine Stunts durchzieht. Es geht um eine hochgerüstete Technik, die mitmischt, mit Hacking, verwirrenden Deepfakes und einer allgegenwärtigen Überwachungsmaschinerie. So darf man gespannt sein, ob ein gerissenes Superhirn wie Lupin diesem bedrohlichen Technikszenario am Ende nicht doch ein Schnippchen schlagen kann. Zu wünschen wäre es.
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