Staffel 4 von "Ted Lasso" bei Apple TV
Ted Lasso ist zurück - als Trainer der Frauenmannschaft des AFC Richmond. (Handout)
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Verleihung der 74. Emmy Awards
Hannah Waddingham nach dem Gewinn eines Emmys für «Ted Lasso».
Mark Terrill/Invision via AP/dpa
Boulevard/Kultur
Neue «Ted Lasso»-Staffel: Frauenpower und Barbecue-Soße

Es war ein harter Abschied. Kein «Ted Lasso» mehr! Doch es fühlte sich auch richtig an. Schließlich hatte die Geschichte des Fußballtrainers mit einem Übermaß an Optimismus und Menschenliebe ein wunderbares Ende. Nun wird die Serie trotzdem fortgesetzt. Sollte man sich das wirklich ansehen? Oder könnte das diesen «Lasso»-Zauber zerstören? Ein erster Blick in Staffel vier, von der Apple TV jetzt jede Woche bis 7. Oktober eine neue Folge zeigt.

Kurzer Rückblick

Am Ende von Staffel drei haben alle ihr Glück gefunden. Rebecca (Hannah Waddingham) hat 49 Prozent des AFC Richmond an die Fans verkauft. Coach Beard (Brendan Hunt) hat die Liebe seines Lebens gefunden. Ted Lasso freut sich darauf, in Kansas bei seinem Sohn zu sein. Und Keeley (Juno Temple) träumt von einem Frauenteam. «Sind wir wahnsinnig, dass wir einfach so gehen?», fragt Coach Beard Ted, kurz bevor ihr Flugzeug in die USA abhebt. 

Ted Lasso und die Frauen

Hannah Waddingham
Hannah Waddingham brilliert wieder als Rebecca Welton. (Archivfoto)
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Drei Jahre später tauchen Rebecca, Keeley und Verwaltungschef Leslie Higgins (Jeremy Swift) bei Ted in Kansas auf. Sie wollen ihn zurückholen, aber nicht als Männer-Coach. Das sind mittlerweile Roy Kent (Brett Goldstein) und Coach Beard (der seinem Namen mit einer beeindruckenden Gesichtsbehaarung alle Ehre macht). Ted soll das neue Frauenteam des AFC Richmond auf Erfolgskurs bringen, zusammen mit der einsilbigen Trainerin Alice Chilton. 

Literweise neue Ideen

Ted Lasso bei den Lady Greyhounds? Jetzt wäre hier Platz für Plattitüden und Stereotype. Doch nicht mit den Machern der Serie, darunter Lasso-Darsteller Jason Sudeikis und Brendan Hunt alias Coach Beard. Statt platter Witze auf Kosten von Frauen kommen die neuen Folgen in gewohnter Qualität daher, mit einer gut erzählten Geschichte, komplexen Figuren, wunderbarem Wortwitz und sehr menschlich, zumindest nach den ersten vier Folgen. Die Miesmacher gibt es trotzdem - unter den Fans (und jetzt Anteilseignern), die das Frauenteam nicht für voll nehmen und am liebsten abschaffen würden. 

Jason Sudeikis
Mit «einem Liter» an Ideen fing alles an. (Handout)
Jae C. Hong/AP/dpa

Dass es um Frauen geht, ist ein geschickter Schachzug, da die neue Staffel so nicht nur ein Aufguss alter Folgen ist. Doch wie kam es dazu? Jason Sudeikis erzählt, es habe mit «einem Becher voller Ideen» begonnen, «und zwar einen ziemlich großen, so einen mit gut einem Liter Fassungsvermögen». Auch alle anderen hätten seine Begeisterung geteilt. Und so entschloss man sich, es noch einmal zu wagen, sozusagen ins kalte Wasser zu springen. 

«Spring bevor du schaust» 

Oder um es mit Ted zu sagen: «Spring bevor du schaust!» («Leap before you look»). Einfach mutig sein und nicht alles kaputt denken, so das Grundgefühl in Staffel vier, vor allem bei Ted selbst. «Denn auch wenn er an einen vertrauten Ort geht und auf den Rückhalt seiner Familie und all das zählen kann, ist das Training einer Frauenmannschaft für ihn dennoch eine völlig neue Welt», erklärt Sudeikis. Wie steht es überhaupt mit seinem privaten Glück? Nicht schlecht: Sohn Henry und Ex-Frau Michelle (Andrea Anders) wollen nach London folgen.

So schlüpften sie also alle wieder in Figuren, die sie längst abgelegt hatten. Hunt tat sich besonders leicht, zum schrägen Coach Beard zu werden. «Für mich erledigt die eng anliegende Sonnenbrille einen Großteil der schauspielerischen Arbeit», erklärte er augenzwinkernd vor Journalisten.

Mistige Frauenliga und Glitzersocken

Tee kann Ted Lasso immer noch nicht ausstehen, während Rebecca ihre Leidenschaft für amerikanische Barbecue-Soße entdeckt hat. Dazu gibt es Roy Kent in Glitzersocken und mit ganz viel «fuuuuuuck». 

Brett Goldstein
Brett Goldstein darf Glitzersocken tragen - und ist wieder ganz er selbst - «fuuuuuck». (Handout)
Chris Pizzello/Invision via AP/dpa

Keeleys Büro als Marketingchefin ist ein Traum in Pink. Und eine vertraute rosa Keksschachtel («Kekse mit dem Boss»), die Ted Rebecca überreicht, hat einen überraschenden Inhalt. Und man erfährt einiges über den Frauenfußball, der von Geld und Ansehen oft nur träumen kann. In Richmond haben die Ladys nur einen schäbigen Umkleideraum mit einer Dusche und einer Toilette. «Das ist Mist», entsetzt sich Ted, als Alice Chilton ihn herumführt. Ihre trockene Antwort: «Willkommen in der zweiten Liga des Frauenfußballs».

Wer nicht lachen durfte

Streaming-Ausblick Apple TV - «Ted Lasso»
Coach Beard (Brendan Hunt, vlnr) und Ted Lasso (Jason Sudeikis, m.) müssen es mit Alice Chilton (Tanya Reynolds) aufnehmen. (Handout)
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Tanya Reynolds spielt diese Alice, die als unfreundlich gilt und kaum eine Miene verzieht. «Es macht riesigen Spaß, das absolute Gegenteil von Ted zu spielen - da steckt so viel Potenzial für Spaß drin. Und Spaß hatten wir definitiv», erinnert sich die Britin («The Decameron») an den Dreh. Allerdings musste sie sich sehr beherrschen. «Ich wollte eigentlich die ganze Zeit lachen.» Doch nicht als Alice. «Ich glaube, sie hat in ihrem ganzen Leben vielleicht viermal gelacht.» 

«Das ist ja verdammt großartig»

Schauspieler Brendan Hunt (M) und Jason Sudeikis (2vr)
Fußballfan Brendan Hunt (M) begeistert sich seit 2015 auch für Frauenfußball. (Archivbild)
Reed Hoffmann/AP/dpa

Doch irgendwann übernehmen die Emotionen - bei allen. Hunt musste nicht mal groß schauspielern, begeistert er sich doch schon seit 2015 für Frauenfußball, als die Spielerinnen der USA Weltmeisterinnen wurden. «Ich habe mir damals mit meiner Familie das Finale angesehen, und wenn ich mich recht erinnere, hat Carli Lloyd schon in der ersten Halbzeit einen Hattrick erzielt, inklusive eines Treffers von der Mittellinie aus», schwärmt der US-Amerikaner von der Mittelstürmerin. Sein Gedanke: «Mann, bin ich ein Idiot, dass ich das bisher verpasst habe. Das ist ja verdammt großartig.»

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