Werden die Schafe beim Bauern in Holzhausen mit blauer Farbe besprüht, geht für sie ein großer Wunsch in Erfüllung. Sie dürfen zum «Obermoser» und sich «selbst entfalten». Denn die superschlauen Tiere haben in der neuen Serie im ZDF «Sheep» sonst schon alles in ihrem Leben erreicht.
Die Schafe sehen sich selbst als die Krone der Schöpfung und gehen fest davon aus, die Menschen domestiziert zu haben. Oder wie die Hauptfigur Oliver so schön sagt: «Ein Mensch müsste man sein. Das Hirn so groß wie 'ne Erdnuss aber trotzdem immer im Moment. Keinen einzigen tiefsinnigen Gedanken.»
Doch das entspannte Leben der Schafe mit Party, Polonaise und Schnaps ist plötzlich vorbei, als Widder Oliver eine fürchterliche Entdeckung macht: Beim «Obermoser» gibt es gar keine Erfüllung, keine Entfaltung und auch keinen Sinn des Lebens zu finden. Dort wartet nur der Tod auf die Schafe. Für Oliver beginnt eine abenteuerliche Reise, auf die er die Zuschauerinnen und Zuschauer mitnimmt.
Die Miniserie steht ab heute im ZDF-Streamingportal zur Verfügung und läuft am 24. August um 0 Uhr im ZDF-Fernsehen. Eine Serie, auf die man - Achtung Wortwitz - Bock haben muss.
«Das Leben ist ein furchtbar komplexer Prozess»
«Sheep» hält nicht mit Gesellschaftskritik zurück, sie wird aber getarnt in absurden Szenen und sprechenden Schafen. Die Dialekte der Tiere machen die österreichisch-deutsche Miniserie skurriler. So gibt das Schaf Manfred im feinsten Dialekt Lebensweisheiten von sich, wie: «Das Leben ist ein furchtbar komplexer Prozess.»
Und nicht nur Manfreds Humor ist nicht für jeden etwas. Spätestens wenn Jella Haase (unter anderem bekannt aus «Fack ju Göhte») und Merlin Sandmeyer in einer Art Sitcom-Stil Wange an Wange auf einem Bett liegen und nacheinander «Uh. Ah.» sagen, fragt man sich als Zuschauer ein wenig, wie man da jetzt hingekommen ist - und lacht dann trotzdem über die Witze.
Regie führten bei der fünfteiligen Serie Alex Reinberg und Leni Gruber. Sie sprechen in einem Statement von einem wilden Genre-Mix, «in dem Komik und Tragik untrennbar ineinandergreifen». Bei «Sheep» habe man mit echten Tieren gedreht, hieß es. «Vielleicht liegt in dieser Fabel von Vierbeinern, die dem Irrglauben aufsitzen, den Menschen domestiziert zu haben, gerade deshalb eine kleine Parabel darüber, was es bedeutet, ein Lebewesen zu sein, nach Freiheit zu streben und für sich und andere einzustehen.»
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