Durch den Tod des Philosophen Jürgen Habermas hat Deutschland aus Sicht von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier «einen großen Aufklärer» verloren. Habermas habe die Widersprüche der Moderne durchmessen, heißt es in einem Kondolenzschreiben an Habermas' Kinder. Habermas war am Samstag im Alter von 96 Jahren in Starnberg gestorben, wie der Suhrkamp Verlag unter Berufung auf die Familie der Deutschen Presse-Agentur mitteilte.
Steinmeier schreibt über Habermas: «Er hat uns das Ethos des demokratischen Diskurses gelehrt und die Emanzipation des Menschen als unaufgebbares Ziel begründet.» Der gebürtige Düsseldorfer habe maßgeblich dazu beigetragen, dass nach dem Zweiten Weltkrieg die intellektuelle Öffnung der Bundesrepublik für die politische Kultur des Westens gelang und damit der Weg zu einer gefestigten Demokratie geglückt sei. Bis zuletzt habe Habermas sich leidenschaftlich zu Wort gemeldet. «Unser Land verdankt ihm unendlich viel», hob Steinmeier hervor.
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