Chuck Norris
Chuck Norris ist tot. (Archivbild)
Christopher Khoury/Australian Press/dpa
Boulevard/Kultur
Trump-Anhänger und Texas Ranger - Chuck Norris ist tot

Bis ins hohe Alter gab er sich gern als knallharter Hollywood-Kerl. Auf Leinwand und Bildschirm ließ Action-Star Chuck Norris die Fäuste fliegen. Ein Klick auf seiner Webseite und schon erscheint er mit gestähltem Oberkörper in Karate-Kampfpose. Seinen Vorbildern Clint Eastwood und Charles Bronson stand Norris immer etwas nach, doch der bärtige Haudegen mit vernarbter Haut hatte eine lange Karriere und treue Fans. Sie müssen nun Abschied nehmen: Norris ist im Alter von 86 Jahren gestorben, wie seine Familie auf mehreren Social-Media-Kanälen mitteilte.

Norris sei «von seiner Familie umgeben» gewesen und in Frieden gegangen, hieß es in einem Beitrag auf Instagram und Facebook. Bei Instagram äußerte sich Norris' Sohn Dakota Alan Norris in tiefer Trauer. Details zur Todesursache wurden nicht genannt. 

Die Auftritte in Spielfilmen waren am Ende selten geworden. So schlug er 2012 in «The Expendables 2» als Senior der Altherren-Riege noch an der Seite von Sylvester Stallone, Arnold Schwarzenegger und Bruce Willis zu. Bei dem Actionstreifen «Agent Recon», eine Billigproduktion, erntete er 2024 allerdings vernichtende Kritiken. 

Der Durchbruch als Texas Ranger

Doch als Action-Held, der oft in Polizeiuniform gegen Bösewichte antritt, hatte sich Norris im Showbusiness einen festen Platz erkämpft. Das verdankte er vor allem seiner Dauer-Rolle als Gesetzeshüter Cordell Walker in der TV-Serie «Walker, Texas Ranger». Ab 1993 spielte er mehr als acht Jahre lang den uramerikanischen Ranger in Texas, der für Recht und Gesetz eintritt.

Der konservative Star und Waffenliebhaber konnte sich immer auf eine eingeschworene Fangemeinde stützen. Kurz vor seinem 80. Geburtstag bedankte er sich bei allen, die ihn bei einer Waffenmesse in Las Vegas besucht hätten. Norris war auch prominenter Markenbotschafter beim Waffen-Riesen Glock.

Chuck Norris gestorben
Mit Action-Rollen wurde Chuck Norris in Hollywood bekannt. (Archivbild)
Pat Sullivan/AP/dpa

Über den Kampfsport nach Hollywood

In einer streng religiösen Familie im ländlichen Oklahoma aufgewachsen, hatte er als junger Soldat in Korea die Karate-Variante Tang Soo Do entdeckt. Als Kampfsportlehrer wurde er in den 1960er Jahren in der Martial-Arts-Szene bekannt. Mehrere Jahre war er Karate-Weltmeister im Mittelgewicht, über Kampfsport-Freunde wie Bruce Lee und Steve McQueen schaffte er schließlich den Sprung nach Hollywood.

Dort ließ er die Fäuste spielen, das machen Filmtitel wie «Der Bulldozer», «Kalte Wut», «Missing in Action», «Delta Force» und «Die Feuerwalze» deutlich. Er markierte den starken Mann, wurde aber gleichzeitig auch zum Protagonisten für Witze. Als «Chuck Norris Fakten» kursieren zig Sprüche im Internet, etwa: «Chuck Norris schläft mit einem Kissen unter seiner Pistole» oder «Chuck Norris würzt sein Steak mit Pfefferspray». Das nahm der Schauspieler aber mit Humor, er postete die Witze auch auf seiner Webseite.

Dort berichtete der fünffache Vater auch gern über sein soziales Engagement mit der Initiative «Kickstart Kids». Zusammen mit dem früheren US-Präsidenten George H. W. Bush hatte er 1992 Kampfsport-Kurse für benachteiligte Kinder ins Leben gerufen.

Chuck Norris gestorben
Familie und Freunde kontrollierten. (Archivbild)
Jordan Strauss/Invision/AP/dpa

Chuck Norris war großer Fan von Donald Trump

Aus seinen ultrakonservativen Ansichten machte Norris keinen Hehl. Als Kolumnist der rechtsgerichteten Webseite World Net Daily (WND) wetterte er gegen das aus seiner Sicht zu liberale Schulsystem, trat als Verfechter der Waffenrechte auf und legte sich für Donald Trump ins Zeug.

In einem Eintrag am 20. Januar 2025, zum zweiten Amtsantritt von Trump als US-Präsident, schwärmte Norris von seiner ersten Begegnung mit dem Republikaner im Jahr 1974, als Trump ein junger Geschäftsmann und er selbst ein bekannter Kampfsportler war. Trump habe ihn damals darin bestärkt, Schauspieler zu werden, schrieb Norris. Seine Fans rief er dazu auf, Trump zu unterstützen und für ihn zu beten, denn der sei ein Kämpfer, der Amerika «wieder großartig» machen werde.

Konservative Werte

Als seine Lebensprinzipen und Werte listete Norris «Glaube, Familie, Fitness, Freiheit und Kampf» auf. Damit versuchte der fünffache Vater auch Geld zu verdienen. Auf seiner Webseite bot er Silbermünzen mit seinem Abbild und den fünf Schlagworten versehen zum Verkauf an. Er sehe es als seine Mission an, die Menschen daran zu erinnern, was es bedeutet «ein echter Amerikaner» zu sein, bewarb Norris das Produkt. 1998 heiratete er in zweiter Ehe das mehr als 20 Jahre jüngere Ex-Model Gena O'Kelley. 2001 brachte sie Zwillinge zur Welt. Aus früheren Beziehungen hatte Norris drei weitere Kinder.

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