Pforzheim. Abwechslungsreich und vielfältig – so präsentiert sich die 13. Wander- und Verkaufsausstellung „Ortszeit“ in den Räumen des Stadtmuseums. Das bereits vor der Corona-Pandemie ausgewählte Thema „Bewegt“ ist ein klassisches in der Kunst und war offensichtlich für viele Genres attraktiv, ob zweidimensional oder skulptural. Auch was Stilistik und Materialität angeht, präsentieren die Arbeiten spannende Auseinandersetzungen.
„Die Vielschichtigkeit des Themas zeigt sich nicht nur in Darstellung von Bewegung durch Gestik, Mimik und Körperhaltung oder mit künstlerischen Mitteln. Sie äußert sich auch als optische Illusion, aktiver Prozess oder unter Einbezug des Betrachters“, sagt die Kunsthistorikerin und Kuratorin Tanja Solombrino. Einige Teilnehmende nähern sich abstrakt an, im übertragenen Sinn: Wie verändern diese bewegten Zeiten die Kunstwelt? Verunsicherung, Ungewissheit und Isoliertheit seien auch an ihr nicht spurlos vorübergegangen.

Ausstellung Ortszeit öffnet am Sonntag im Stadtmuseum
86 Bewerbungen von Künstlerinnen und Künstlern mit 286 Werken seien eingereicht worden, so Solombrino. Einerseits hätten viele im Pandemie-Jahr mangels Ausstellungs- und Verkaufschancen finanzielle Einbußen zu verschmerzen. Gleichzeitig habe sich während des Stillstands aber auch Zeit zur Reflexion ergeben, zu experimentieren und neue Wege zu gehen. Auch das führt die Schau eindrücklich vor Augen. Eine Fachjury hatte – anonym und mit Kennziffern – 40 Kunstschaffende mit 61 Arbeiten aus den Bereichen Malerei, Zeichnung, Skulptur, Fotografie, Grafik, Holzschnitt, Druck, Objektkunst ausgewählt. Darunter sind Newcomer und Studierende wie Tim Herrmann, Svenja Kissmer und Sonja Keppler, Autodidakten, aber auch Etablierte wie Peter Jacobi, Eckhard Bausch, Dieter Huthmacher und Harald Kröner.

Die Preisträger in diesem Jahr: Anja Klafki aus Heimsheim (Radierung), Susanne Michel aus Nagold (Zeichnung) und Nastasia Atrakhovich (Digitalfotografie), die in Karlsruhe und Calw lebt und bereits 2019 eine Auszeichnung bekam. Einen Anerkennungspreis erhält die Pforzheimerin Anna Eickhoff für ihre Stickereien. Die vier Künstlerinnen teilen sich den Kunstpreis der Baugenossenschaft Arlinger in Höhe von 3500 Euro. Juroren waren die Kunsthistorikerinnen Ursula Merkel und Vivien Siegmund, die Malerin Nicole Bold und der Bildhauer Eckart Steinhauser.

Die „Ortszeit“ sei seit langer Zeit fest verankert im Kalender und Ausdruck einer facettenreichen Kulturregion, sagt Eleni Engeser, wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Kulturamt. Die inzwischen alle zwei Jahre gezeigte Schau richtet sich an Künstlerinnen und Künstler aus der Region Nordschwarzwald, gibt seit 1993 einen Überblick über das hiesige, zeitgenössische Kunstschaffen und spürt dessen stilistischen Tendenzen nach.

Die „Ortszeit“ samt Preisverleihung wird am Sonntag, 4. Juli, 11 Uhr im Stadtmuseum, Westlichen 243 eröffnet. Sie ist bis 26. September zu sehen: Mittwoch und Donnerstag 14 bis 17 Uhr, Sonn- und Feiertag 10 bis 17 Uhr. Es gilt Maskenpflicht, maximal zehn Besucher gleichzeitig sind zugelassen. Nach Pforzheim wandert die Ausstellung in den Kunstverein Oberer Neckar in Horb (2. bis 25. Oktober), ins Schloss Neuenbürg (28. November bis 9. Januar 2022) und ins Landratsamt Calw (19. Januar bis 4. März). www.ortszeit.info
Diese Künstlerinnen und Künstler
stellen aus
Nastassia Atrakhovich, Samantha Augenstein, Eckhard Bausch, Andre Beutler, Albrecht A. Bopp, Sibylle Burrer, Annette Czopf, Boris Dworschak, Anna Eickhoff, Hildegard Elma, Tamara Gross, Martina Hehl, Tim Herrmann, Karin Hirschle, Christine Huber, Dieter Huthmacher, Barbara Ihme, Peter Jacobi, Sonja Keppler, Svenja Kissmer & Andreas Dannemann, Anja Klafki, Harald Koch, Michael Kriese, Harald Kröner, Klaus Kugler, Johannes Lang, Susanne Michel, Ute Morof, Birgit Rühle, Steffen Schrägle, Ulrich Seibt, Leonard Staigle, Thomas Sterzer, Ilona Trimbacher, Jürgen Vallen, Ulrich Wicke, Barbara Wieland, Sylvia Witzenmann und Monika Ziemer.


