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„Ich male nicht. Ich spritze“ hat Alfred Müller diese Animation übertitelt. Sie ist Teil der Ausstellung „gif“, die am Sonntag eröffnet wird. Foto: Meyer
„Ich male nicht. Ich spritze“ hat Alfred Müller diese Animation übertitelt. Sie ist Teil der Ausstellung „gif“, die am Sonntag eröffnet wird. Foto: Meyer
Fast schon nostalgisch muten die verschiedenen Fernsehgeräte an. Foto: Meyer
Fast schon nostalgisch muten die verschiedenen Fernsehgeräte an. Foto: Meyer
11.09.2017

Alfred Müller stellt Kunstwerke in der Östlichen aus

Pforzheim. Wird ein Bild eigentlich mehr oder weniger wert, wenn es übermalt wird? Und wem gehört es dann, dem Maler oder dem Übermaler? Fragen, die den in Pforzheim lebenden Künstler Alfred Müller beschäftigen. Und die er letztlich auch nicht beantworten kann. Eines ist jedenfalls seit fast 30 Jahren sein künstlerisches Merkmal: Er versilbert Bilder – seine eigenen und die befreundeter Maler. Wie er das macht, das lässt sich von Sonntagabend an in der Ausstellung „gif“ in den Räumen der LAF (Leerstand als Freiraum) in der Östlichen 7 erleben.

Gif, das ist ein Graphics Interchange Format, in dem Einzelbilder in einer Datei abgespeichert und dann von Betrachtungsprogrammen als Animationen interpretiert werden. Und so flimmern über zehn Fernseher, sieben Handys, zwei Beamer, kurze Blitzlichter von Müller bei der Kunstarbeit, von bewegten Zeichen- und Bildersequenzen, vom Blog und den Likes des Künstlers. Alles schnell, alles ein bisschen trashig – und genauso gewollt. Entstanden sind diese Gifs als Nebenprodukt, als eigene Art der Dokumentation, die nun ein witzig-spannendes Eigenleben entwickelt. So erlebt der Betrachter, wie Müller (57) seine Gemälde mit Silberfarbe besprüht, wie Farbe, Textur und Schrift dennoch subtil erkennbar sind, je nach Lichteinfall oder Tageszeit Hintergründiges erahnen lassen. Und der Baselitz-Schüler spielt mit der Wertigkeit – etwa wenn er das Bild eines Malerkollegen, dessen Werke im fünfstelligen Bereich gehandelt werden, versilbert. Aber: „Ein gutes Bild bleibt durch das Übermalen ein gutes, ein schlechtes ein schlechtes“, weiß Müller, der seit 16 Jahren in Pforzheim lebt, deutschlandweit ausgestellt wird und „in Berlin eigentlich bekannter ist als hier“.