Pforzheim. Als deutscher Kandidat für den Eurovision Songcontest 2015 stand ihm ein großer Karriereschritt bevor, doch der Singer und Songwriter Andreas Kümmert entschied sich spontan für einen bescheideneren Weg. Damals brachte ihm sein Auftritt bei der Fernsehshow „Unser Song für Österreich“ 78,7 Prozent der Zuschauerstimmen ein – heute spielt er vor einem wesentlich kleineren, jedoch ebenso begeisterten Publikum, so auch am Samstagabend im fast ausverkauften Kulturhaus Osterfeld.
Hits aus der eigenen Feder
Fast beiläufig betritt der 32-Jährige mit Vollbart und Glatze zusammen mit dem Gitarristen Tobias Niederhausen die Bühne. Sie beginnen mit Kümmerts Eigenkomposition „Simple Man“, die ihm 2013 den ersten Platz bei „The Voice of Germany“ einbrachte. Das entsprechende Album „Here I Am“ (2014) erlangte mit mehr als 100 000 Verkäufen Goldstatus. Sofort ist klar, dass Kümmert damit auch die Zuhörer in Pforzheim auf seiner Seite hat. Doch er wäre wohl nicht er selbst, wenn er seinen Auftritt nicht den ganzen Abend über selbstironisch kleinreden würde. Kaum ein ernst gemeinter deutscher Satz kommt bei den Ansagen über seine Lippen.
Umso echter und ehrlicher ist dafür seine Musik. Mit geschlossenen Augen und markanter Stimme verleiht der ursprüngliche Blues- und Rock ’n’ Roll-Sänger den Liedern einen ganz eigenen Ausdruck. Und manchmal ist seine Stimme so kraftvoll, dass er ein Stück vom Mikrofon wegrücken muss. Er spielt dazu auf der akustischen Gitarre, während Niederhausen mit der E-Gitarre Akzente setzt. Konzentriert und mehr in sich zurückgezogen als Kümmert, geht Niederhausen in seinen improvisierten Soloparts auf.
Zum Repertoire gehören eigene Stücke von Kümmerts vier Alben, unter anderem „Sunrise“ aus „The Mad Hatters Neighbour“ (2014) und sein neuer Hit „Keep My Heart Beating“ aus „Lost And Found“ (2018). Doch auch viele Coversongs sind an dem Abend dabei, die sich Kümmert zu eigen macht. Darunter „Rocket Man“ von Elton John, mit dessen Interpretation er bereits bei den „Blind Auditions“ von „The Voice of Germany“ aufgefallen war.
Für besondere Momente sorgen die beiden Musiker, indem sie einige Stücke unplugged im Zuschauerraum singen. Und zum Abschluss gibt es als lautstark geforderte dritte Zugabe den geplanten Eurovision-Songcontest-Titel „Heart Of Stone“.

