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Katharina Stöver (links) und Barbara Wolff sind Peles Empire. 

Aus Kopien entstehen neue Originale: Vortrag von Künstlerinnenduo Peles Empire an Hochschule Pforzheim

Pforzheim. Sind ein Kunstwerk und seine Kopie als gleichwertig anzusehen, oder ist eine Kopie gleichzeitig auch eine Neuschöpfung? Fragen, denen sich das Künstlerinnenduo Peles Empire in all seinen Arbeiten widmet. Über die Entwicklung ihrer Arbeitsprozesse und ihre Vorgehensweise sprechen die beiden in einem Vortrag in der Hochschule an diesem Freitagnachmittag. Peles Empire stellt dabei ausgewählte Ausstellungen der vergangenen fünf Jahre vor.

Das Künstlerinnenduo Barbara Wolff und Katharina Stöver hat das erste mit 30.000 Euro dotierte Peter-Jacobi-Stipendium erhalten. Mit Stifter Peter Jacobi, mit dem sie enge Beziehungen zu Rumänien verbinden, pflegen sie einen guten Kontakt und stehen in regem persönlichem und schriftlichem Austausch.

"Jemand hat eine Idee und gibt sie an den nächsten weiter, der sie bearbeitet und seinerseits weiterreicht. Dadurch entsteht aus der Kopie ein neues Original."

Das Künstlerinnenduo Peles Empire

Verbunden mit dem Stipendium sind ein Lehrauftrag an der Hochschule Pforzheim und eine Ausstellung beim Kunstverein im Reuchlinhaus im März 2022. Thema eines Online-Seminars im Sommersemester und eines Blockkurses mit Präsenzstunden im Wintersemester war die Auseinandersetzung mit Original und Kopie im Sinne der Fortführung von Gedanken. "Sie müssen sich das wie 'stille Post' vorstellen", erläutern die beiden.

Auseinandersetzung mit lokaler Architektur

Die Studierenden aus den Fachbereichen Visuelle Kommunikation, Industriedesign und Mode reagierten sehr positiv auf das fachübergreifende Angebot. "Im Wintersemester beschäftigen wir uns mit Collagen, und zwar zunächst ganz analog, mit Schere und Kleber. Das haben viele noch gar nie gemacht. Die Ergebnisse sind unplanbar, und das kommt gut an, weil man viele neue Erfahrungen machen kann", berichten die beiden.

Mit der Stadt Pforzheim haben sich die in Berlin lebenden Künstlerinnen bei ihren Aufenthalten schon etwas vertraut gemacht. Die Auseinandersetzung mit lokaler Architektur soll in ihre Arbeiten einfließen. Der öffentliche Raum wird durch einen Bezug zur geschichtsträchtigen Schloßkirche eingebunden.

In der Ausstellung im Reuchlinhaus werden sie eine Gesamtinstallation zeigen, die aus überwiegend neueren und im Rahmen des Stipendiums entstandenen Einzelarbeiten besteht.

Arbeit passt in keine Stilschublade

Peles Empire wollen ihre künstlerische Arbeit nicht in eine Stilschublade gesteckt wissen. "Wir arbeiten medienübergreifend und loten die Zwischenräume zwischen Fotografie und Skulptur, Malerei und Skulptur sowie Installation aus." Begonnen hat ihre gemeinsame künstlerische Laufbahn in dem rumänischen Schloss Peles, dessen historistischen Stilmix sie in unzähligen Fotos festgehalten und anschließend in anderen Medien weiterverarbeitet und neu erschaffen haben.

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Das Berliner Künstlerinnenduo bei der Arbeit im Atelier.

Schloss Peles als solches ist in der künstlerischen Umsetzung nicht mehr erkennbar, bleibt als Überbau jedoch bestehen. "Das Schloss steht symbolisch für unsere kritische Auseinandersetzung mit vorhandenen Gegebenheiten und das Hinterfragen angenommener Wahrheiten."

Der Vortrag von Peles Empire am Freitag, 3. Dezember, kann von 17 Uhr an online unter dem Link https://bit.ly/2ZmPz2l verfolgt werden. Der Stream wird kurz vor 17 Uhr aktiviert und ist erst dann sichtbar.