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Roger Cicero war für den Echo nominiert und freute sich auf seine ausverkaufte Tour. Doch es kam anders. Erst jetzt wurde bekannt, dass der Sänger schon am Gründonnerstag gestorben ist.  Kalaene
Roger Cicero war für den Echo nominiert und freute sich auf seine ausverkaufte Tour. Doch es kam anders. Erst jetzt wurde bekannt, dass der Sänger schon am Gründonnerstag gestorben ist. Kalaene
30.03.2016

Aus dem Leben gerissen - Sänger Roger Cicero ist gestorben

Die Scheinwerfer sollten gerade wieder angehen für den Mann, der sich mit Swing, Charme und Hut in die Herzen seiner Fans gesungen hat – jetzt ist Roger Cicero tot. Mit gerade mal 45 Jahren gestorben nach einem Hirninfarkt. Auch wenn schwere Wochen hinter Cicero lagen, er wegen eines Erschöpfungssyndroms für eine lange Zeit alle Termine abgesagt hatte: Die große Bühne wartete wieder auf „Mr. Swing“. Gleich zwei seiner Projekte wurden für einen Echo nominiert, im April wollte er wieder Konzerte geben.

„Er hatte sich unglaublich auf seine ausverkaufte Tournee gefreut“, berichtete das Management, das am Dienstag mitteilte, dass der Sänger bereits am Donnerstag vor Ostern gestorben ist.

Cicero hatte den deutschsprachigen Swing salonfähig gemacht. Seit rund zehn Jahren gehörte er zu den Stars der hiesigen Musikszene. Mit seiner Mischung aus Pop, Jazz und Swing, gewürzt mit frechen und amüsanten Texten, traf er den Nerv der Deutschen. Sein Album „Männersachen“ (2006) eroberte die Charts.

Danach ruhten alle deutschen Hoffnungen beim Eurovision Song Contest auf ihm und seinem Lied „Frauen regier’n die Welt“. Im Finale im Mai 2007 in Helsinki landete er zwar nur auf Platz 19. Doch jemand wie er konnte dem auch Positives abgewinnen: „Die Empörung war so groß, dass ich in aller Munde war“, sagte er. „Das hat mir sehr geholfen.“

Denn Cicero kannte auch andere Zeiten. Lange war der Sohn des Jazz-Pianisten Eugen Cicero außerhalb der Jazz-Szene kaum bekannt. Dabei hatte er schon mit zwölf Jahren seinen ersten Bühnen-Auftritt, später studierte er Musik in den Niederlanden und finanzierte mit Clubauftritten sein Leben.

Später Erfolg

Die Begegnung mit Texter Frank Ramond und Komponist Matthias Hass verhalf ihm zum Durchbruch. Mit Swing und Wortspielereien, seiner eleganten Kleidung entdeckte er eine Nische. Alle seine Alben landeten seit „Männersachen“ weit vorn in den Charts – und zeigten auch den privaten Roger Cicero.

Einen Song auf dem Album „Artgerecht“ von 2009 „Für ’nen Kerl“, hatte der Musiker seinem 2008 geborenen Sohn Louis gewidmet. Von dessen Mutter trennte sich der Musiker 2013. Diese Trennung wurde zum Leitmotiv des Albums „Was immer auch kommt“, auf dem er Themen von Selbstfindung bis zu eigener Sterblichkeit aufgriff. Von Durchhalteparolen war das Album geprägt. „Hab die Kontrolle verlor’n, bin gekentert im Sturm und zum ersten Mal schau ich nur nach vorn“, sang er darauf im Lied „Wenn es morgen schon zu Ende wär’“.