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Valentina Michaelis (links) und Sonja Keppler (rechts) mit Kuratorin Regina Fischer mit der experimentellen Kunst.  Foto: Volz 

Ausstellung „Vier Frauen und ein Mann“ in der Alten Kelter Mönsheim

Mönsheim. So unterschiedlich die Kunst- und Schmuckobjekte auch sind, etwas eint sie doch: Die experimentelle Herstellungsweise und eine Wirkung, die mit dem Unterschied zwischen Sein und Schein spielt. „Vier Frauen und ein Mann“, so der Titel der Ausstellung in der Alten Kelter Mönsheim, die jetzt eröffnet wurde, bezieht sich auf die fünf Absolventen der Hochschule für Pforzheim – allesamt Studierende im „Genie-Lab“ von Professor Abraham David Christian. Da Christian mittlerweile emeritiert ist, wurde sie von der Kunsthistorikerin Regina Fischer kuratiert.

Im „Genie-Lab“, erzählen die Ausstellerinnen, waren sie völlig frei in der Wahl ihrer Ausdrucksformen und in der Entwicklung experimenteller Herstellungsweisen. Herausgekommen ist Erstaunliches. Die Schmuckdesignerin Tzu-Yun Hung aus Taiwan hat Schiefer, ein in ihrer Heimat sehr verbreitetes Gestein, zu Granulat zerkleinert und mit Reiskleber, Tierleim, Kunstharz und einem speziellen Lack Ketten und Broschen aus großen Gliedern geformt sowie Objekte gestaltet, die an Flechten und verkohltes Holz erinnern.

Vegetabil auch die Porzellan- und Keramikobjekte von Julia Schmoelzer. Zierliche handgeformte und pastellig glasierte Strukturen, die an die Miniaturwelt von Moosen denken lassen, besiedeln hügelige oder zerfließende Untergründe, bilden eine Insel in einem Becken mit Wasserspiegel. Sonja Keppler, die gerade erst im Schloss Neuenbürg eine Ausstellung mit Rauchskulpturen präsentierte, hat großformatige Plastiken gestaltet, die thematisch aus dem Corona-Thema entstanden sind, aber auch an archaische Gefäße erinnern. Was schwer wirkt, ist aus Pappmaché, Blähton und Farbe. Eine Reihe kleinerer Pappmaché-Objekte wurden galvanisch verkupfert, ein schwieriger Prozess. Leo Staigle hat Objekte aus Papier genäht, mit gefärbtem Wachs und Paraffin behandelt und „aufgebläht“. Erstaunlicherweise haben sie den Charakter von glasierten Keramik- und von Glasgefäßen. Valentina Michaelis, Nichte der Pforzheimer Künstlerin Reinhilt Michaelis, hat zum Thema „Zwischenlärm“ für ihre klimpernden, überaus beweglichen und veränderlichen Broschen Stifte aus schwarzem und weißem Marmor geschliffen und in bewegliche Silberbänder gefasst. Für ihre hängenden „Skulpturen“ wurden alte Stoffe mit Eisenstaub behandelt, die nun eine Wirkung im Gegensatz von leicht und schwer erzielen.

Die Ausstellung ist bis 13. Juni sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet, es ist gleichzeitig nur ein Haushalt zugelassen. Video unter www.youtu.be/DPPsWoWE2-0.