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Wilhelm Buschs „Stehender Schusterjunge nach links“ von 1875. Foto: LA8
10.10.2018

Ausstellung zeigt Zeichner Wilhelm Busch auch als Maler

Baden-Baden. Viele kennen seine Zeichnungen: Unter dem schlichten Titel „Wilhelm Busch. Bilder und Geschichten“ stellt das Museum für Kunst und Technik des 19. Jahrhunderts den berühmten Künstler auch als Maler vor.

Gezeigt werden in Baden-Baden 35 Gemälde Buschs, der damit nicht nur als Schöpfer populärer Figuren wie „Max und Moriz“ gewürdigt wird, sondern auch als innovativer Landschafts- und Porträtmaler. Viele der Werke sind in den vergangenen 20 Jahren nicht öffentlich gezeigt worden.

Comics und Skulpturen

Außerdem werden 38 historische grafische Blätter mit Bildergeschichten präsentiert und Beispiele aus der frühen amerikanischen Comicgeschichte, die sich auf Buschs Zeichnungen beziehen. Zu sehen sind zudem sechs historische Skulpturen, eine davon von Busch selbst. Begleitet wird die Schau unter anderem vom Briefverkehr des Zeichners, Malers und Dichters mit seinem Verleger.

Bildergalerie: Neue Schau zeigt Zeichner Wilhelm Busch als Maler

Die Leihgaben – darunter etwa auch grafische Blätter mit Bildergeschichten aus der Zeitschrift „Fliegende Blätter“ – stammen größtenteils aus dem Wilhelm Busch Museum in Hannover sowie aus privaten Sammlungen. Sie zeigen den Künstler (1832-1908) als „sehr genauen Beobachter der kleinen Dinge und der großen gesellschaftlichen Fragen seiner Zeit“. Einerseits verarbeitete er Einflüsse aus Tierfabeln, Märchen und Heiligenlegenden, andererseits thematisierte er die neuesten „Näh-, Mäh- und Waschmaschinen“, die Fotografie und das moderne Zeitungswesen. Vor allem war er innovativ und erfindungsreich in seinen von Tempo getragenen Bildsequenzen. Ihm gelang eine Art Film vor dem Film. Nicht zuletzt seine Lautschöpfungen von „Ritzeratze!“, „Schluppdiwutsch“, „Platsch“ und „Kracks!“ zeigen ihn als entscheidenden Wegbereiter einer neuen Populärkultur. In Windeseile verbreiteten sich seine Geschichten bis nach Amerika, wo sie sich am Anfang des 20. Jahrhunderts in der neuen Welt der Comicstrips weiterentwickelten.