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Filmvergnügen im Auto: Wenn alles klappt, könnte es schon recht bald zwei Autokinos in Pforzheim geben. Andernorts werden die Einrichtungen bereits sehr gut besucht, wie hier in Dortmund. 

Bald zwei Autokinos in Pforzheim? Pläne am Rande der Stadt und auf dem Messplatz

Pforzheim. Sie haben in den vergangenen Wochen einen regelrechten Boom erlebt: Autokinos sind seit Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland wieder ganz groß im Kommen. Auch vonseiten der Kinomacher in Pforzheim gibt es nun konkrete Überlegungen für solche Projekte in der Goldstadt.

Bei den Pforzheimer Kinobetrieben, zu denen der Rex-Filmpalast, die Geigers-Cinelounge sowie das Cineplex-Kino gehören, denkt man schon länger über ein Autokino nach. Kino-Chef Nicolas Geiger hat dafür nun einen großen Platz am Rande der City im Auge. Es laufe bereits eine Anfrage bei der Stadtverwaltung, so Geiger. Mit der geplanten Technik hätten die Insassen von rund 150 Fahrzeugen einen guten Blick auf die Leinwand. Zeigen will Geiger Filme, die im vergangenen halben Jahr auch im Kino zu sehen waren. „Das Wichtigste ist für uns, dass wir im Gedächtnis der Menschen bleiben“, sagt Geiger. Denn für die Branche sei die aktuelle Situation alles andere als einfach. Geschäftsführer und Vater Michael Geiger pflichtet ihm bei: „Ein großes Risiko können wir uns derzeit nicht leisten.“ Denn aufgrund der nun schon wochenlang andauernden Schließung befinde man sich bei den Kinobetrieben ohnehin in einer sehr angespannten Lage.

Abholservice von Snacks

Dennoch blickt das Team um die Betreiberfamilie weiter nach vorne. Seit Kurzem bieten die Kinobetriebe einen Abholservice von Popcorn, Nachos und anderen Kinosnacks an, den die Kunden sehr gut annehmen, so Michael Geiger. Die Leckereien können von Freitag bis Sonntag über die Shopseite cineplexpopcornshop-pforzheim.de die Artikel bestellen – online bezahlen – und von 16 bis 18.30 Uhr abholen.

Koki will auf den Messplatz

Christine Müh, Geschäftsführerin des Kommunalen Kinos, plant in Kooperation mit der KfZ-Innung Pforzheim/Enzkreis um Obermeister Timo Gerstel ein Autokino auf dem Messplatz. Da die Innung in diesem Jahr ihren 75. Geburtstag feiert, habe ohnehin ein gemeinsames Projekt auf der Agenda gestanden. „Von der Stadt haben wir bereits positive Signale erhalten“, sagt Müh. Voraussichtlich wird die Verwaltung am Freitag eine endgültige Entscheidung treffen. Müh ist optimistisch: Wenn alles gut gehe, könne das Autokino möglicherweise schon am 1. Mai starten.

Die Planungen sehen vor, dass der Messplatz zur Hälfte in ein Drive-in-Kino umgewandelt wird, auf dem maximal 300 Fahrzeuge Platz finden könnten. Auf einer 14 Meter breiten und acht Meter hohen Leinwand, die mithilfe eines Krans der KfZ-Innung aufgestellt werden soll, könnte ein buntes Kinoprogramm gezeigt werden.

«Einige Kinos werden es nicht schaffen, und die kleineren wird es eher treffen», sagt Hans-Joachim Flebbe. Foto: Christi
Show-Biz

Filmtheater-Unternehmer Flebbe befürchtet Kinosterben

Weitere Kultur-Veranstaltungen

Die Überlegungen der Koki-Chefin gehen sogar noch weiter: Andere Veranstaltungen seien theoretisch auch auf dem Messplatz denkbar. „Wenn wir dort eine Bühne aufstellen würden, könnte man Gottesdienste, Konzerte, Lesungen oder andere Kulturveranstaltungen organisieren“, so Müh. Die Zuschauer könnten diese dann bequem aus ihrem Auto heraus verfolgen. Den Ton könnten sie, genau wie beim Autokino, über eine bestimmte Frequenz im Radio in ihrem Fahrzeug empfangen.

Gänzlich neu ist die Idee rund um das Autokino auf dem Messplatz übrigens nicht: 2011 hatte Müh mit ihrem Team, dem Wirtschaft und Stadtmarketing Pforzheim sowie mithilfe zahlreicher Sponsoren genau dort schon einmal ein Autokino realisiert. Damals hatten rund 150 Autos während des Automobilfests „Motorissimo“ Platz gefunden.

Pforzheim

Premiere für ein Autokino in Pforzheim

Kornwestheim und Karlsruhe machen es vor

Wer nicht bis zum Start in Pforzheim warten möchte, muss aktuell noch etwas weiter fahren: In Kornwestheim gibt es seit Jahren ein Autokino. Film-Fans mussten jüngst jedoch mit einer Wartezeit rechnen, denn dort bildeten sich aufgrund der großen Nachfrage sogar Staus. Gekauft werden können Tickets ausschließlich online. Der QR-Code auf dem Smartphone wird dann durch die geschlossene Scheibe gescannt, um Kontakt zu den Mitarbeitern zu vermeiden. In den Fahrzeugen dürfen sich maximal zwei Personen befinden.

Auf dem Karlsruher Messplatz gibt es seit Mittwoch ebenfalls ein Autokino, das vom Kammertheater organisiert wird. Auch hier müssen Tickets online gekauft werden. Außerdem kann man Snacks vorbestellen, die kontaktlos übergeben werden. Unter anderem im Programm: „Die Känguru-Chroniken“, „Joker“ und „Nightlife“.

Nina Tschan

Nina Tschan

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