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Eindringliche Lieder: Jule Malischke (rechts) und Isa Kimmel spielen beim Musikverein Mühlhausen ein mit viel Beifall gefeiertes Konzert.  Foto: Frommer 

Berührende Lieder bei Mühlhausener Musiktagen

Tiefenbronn-Mühlhausen. Famoser Start: Mit einem Gastspiel von Jule Malischke und Isa Kimmel haben am Samstagabend die Mühlhausener Musiktage begonnen. Das junge Duo zelebrierte in der gut besuchten Würmtalhalle, ganz relaxt, ein feines Konzert für Genießer – das Publikum lauschte mucksmäuschenstill und sichtlich fasziniert. Getragene, oft berührende Eigenkompositionen von Sängerin und Fingerstyle-Gitarristin Jule Malischke, wie beispielsweise das ihrer Mutter gewidmete Lied „Nehm Dich mit auf meine Reise“ oder ihr melancholischer Song „Momentaufnahmen“ von 2014 bestimmten ihr Repertoire.

Isa Kimmel spielte ihre fünfsaitige Violine poppig und crossover, sie sorgte für musikalische Sahnehäubchen und rhythmischen Drive oder staffierte Jule Malisches „Cool Song“ ansatzlos mit filigran perlenden Pizzicati aus. Malischkes helle, klare Stimme, ihr gekonntes Gitarrenspiel und Kimmels jubilierende „Teufelsgeige“ schmeichelte sich auf leisen Samtpfoten in die Gehörgänge der Konzertbesucher. Erleichtert wurde dies auch durch die von den Technikern des Musikvereins – Fabian Neubauer und Benjamin Jost – exzellent ausgesteuerte Beschallung.

Jule Malischke und Isa Kimmel kennen und schätzen sich seit gut zehn Jahren – was die Harmonie ihres Zusammenspiels besser erklärt, als die im Backstage-Gespräch von Jule Malischke genannten „jährlich vier bis sechs Konzerte in der Duo-Besetzung“.

Im Januar soll Malischkes zweite CD „Seagull“ in den Handel kommen. Den Titelsong präsentiert das Duo in der Würmtalhalle gleich zu Beginn, noch im ersten Set folgt mit der Eigenkomposition „Wie weit“ ein Song, bei dem Malischke zu ihrer Bariton-Gitarre namens „Paule“ greift. Anschließend folgt Gitarre pur: Ralph Towners wundervoller Instrumental-Titel „If“ mündet in langanhaltenden Applaus. Zu einem weiteren Höhepunkt wird Joni Mitchels „Case Of You“. Etwas lakonisch kommentiert Jule Malischke: „Leider ist der Text nicht von mir“.

In der zweiten Konzerthälfte strahlt Malischkes perkussives Gitarrenspiel beim Titel „Princess“ – und das zum Mitsingen arrangierte U2-Cover „I Still Haven’t Found What I’m Looking For“ bezieht das Publikum mühelos mit ein. Beim, wie mit Ausrufezeichen gespielten Song „Free Your Mind“ ist der Saal endgültig da und der Beifall riesig. Mit Ed Sheerans „Shape Of You“ und den etwas zu ruhigen Zugaben „Fear Of Falling“ und „Guten Abend, gute Nacht“ klingt das hochklassige Eröffnungskonzert schließlich aus.