Freut sich sehr über die Trophäe: Henrika Kull. Foto: Polling
Kultur
Bester Film: Aus Pforzheim stammende Regisseurin gewinnt Nachwuchspreis
  • Michael Müller

Hamburg. Vor rund 1000 Gästen ist im Thalia Theater Hamburg der 21. „Studio Hamburg Nachwuchspreis“ verliehen worden. Die Auszeichnung für den besten Film gewannen die aus Pforzheim stammende Wahl-Berlinerin Henrika Kull (Regie) und Sophie Lakow (Produktion) für den Streifen „Jibril“, der auf der diesjährigen Berlinale Premiere feierte

Die Begründung der Jury: „Die ungewöhnliche Liebesgeschichte zwischen einer alleinerziehenden Mutter und einem Strafgefangenen schildert nuancenreich und visuell überzeugend – sichtbare und unsichtbare – Zwänge und Mauern ihrer Protagonisten.“ Ein besonderes Lob gab es für die Schauspielerführung und die fast dokumentarischen, sensibel eingefangenen Familienszenen.

Henrika Kull porträtiert in dem 83-minütigen Film die Isolation und Liebe zwischen der arabisch-stämmigen Maryam und dem Häftling Gabriel. „Jibril“ ist ihr Abschlussfilm an der Filmuniversität Babelsberg. Sie freut sich sehr über den Preis – und berichtet von vielen weiteren Festivaleinladungen. „Ich fliege in ein paar Wochen nach Taiwan, nächste Woche geht es aber erst mal nach Valencia.“ Gleichzeitig recherchiert die 34-Jährige bereits intensiv für ihr neues Projekt und schreibt am Treatment – einer Art Vorstufe zum Drehbuch, mit der man sich für Fördergelder bewirbt. Es trägt den Titel „Glück“ – eine Liebesgeschichte zwischen zwei Sexarbeiterinnen. „Das Milieu muss dringend mal ohne Klischees erzählt werden“, sagt Kull. Sie habe auch bereits einen Produzenten gefunden, der das Projekt mit ihr realisieren will.

Im Rahmen der Gala wurden insgesamt acht Preise für innovative, kreative und gut erzählte Filme vergeben, darunter der Krimipreis der Freien und Hansestadt Hamburg zu Ehren des verstorbenen Regisseurs Jürgen Roland. Der Studio Hamburg Nachwuchspreis wurde 1997 als erster Preis der Film- und Fernsehbranche zur Förderung von jungen Talenten gegründet. Er gilt als einer der wichtigsten Förderpreise in Deutschland.