Pforzheim. Das Gabrieli-Quintett hat bekannte Musikstücke aus fünf Jahrhunderten, mit neuen Arrangements für Blechbläser spielbar gemacht. Veranstalter Oliver Scherke freute sich über die Künstler: Joe Mumm an der Posaune, Lorenz Pasdzierny am Horn, Felix Langmainer an der Tuba und Daniel Beez und Rolf Ackermann an den Trompeten. Alle haben schon international mit berühmten Ensembles und Dirigenten gespielt, waren in sehr guter musikalischer Form.
Quasi als Intrada erklang die Suite „Galliard Battaglia“ von dem Hallenser Komponisten Samuel Scheidt. Sie gelang feierlich, enthielt durchaus schnelle Passagen, die an Märsche und Militär erinnerten und zeigten, wie virtuos und versiert die Künstler ihre Instrumente beherrschten. Es durfte auch mal laut werden. Zwischen den einzelnen Stücken erklärte Rolf Ackermann, der Gründer des Gabrieli-Quintetts, Hintergründe zur Komposition und interessante Details aus Zeitungsmeldungen. Die „Wassermusik“ von Händel wurde zu einer Lustfahrt des englischen Königs mit 50 Musikern auf einem Boot aufgeführt. Die Musik gefiel dem König so gut, dass es wohl zahlreiche Wiederholungen gab. Das weltberühmte und herzergreifende Stück des norwegischen Komponisten Edvard Grieg „Solvejgs Lied“ erklang im wunderschönen Arrangement von Lorenz Pasdzierny – Vize-Solo-Hornist bei der Badischen Philharmonie – neuartig und klangschön. Und für den amerikanischen Posaunisten Joe Mumm sozusagen ein „Heimspiel“ war die harmonisch fremdartig klingende Nummer „Bess, You Is My Woman Now“, die er mit seinem warmen Posaunenklang intonierte. Ein Akzent für die Gleichheit und Würde aller Menschen.
Im multikulturellen Milieu mit sozialen Brennpunkten in New York spielte dann auch Leonard Bernsteins bekanntes Musical „West Side Story“. Daniel Beez beschrieb kurz die Handlung: Rivalisierende Gangs aus Amerikanern und Puertoricanern ringen um Wahrheit und Gerechtigkeit. Maria und Tonys gemeinsame Liebe wird hörbar durch den Klang der hellen Trompete. Rolf Ackermann würdigte besonders das Tubenspiel des formidablen Felix Langmaier, der in allen Stücken für den Rhythmus und die tiefe Grundierung des Ensembles sorgte. Danach kam die „Schmuckpolka“ zu Gehör, ein hübsches Stück von Johann Strauß’ Sohn, das zuvor in Russland und Wien keinen musikalischen Erfolg hatte. An diesem Abend jedoch hatte das Publikum Lust an der schwingenden Polka mit den tiefen Passagen, die dank des Arrangements von Pasdzierny lebendig und lebenslustig erklangen. Der entstaubende Effekt, der alten Stücken neuen Glanz verleiht, wirkte auch in der „Humoresque“ von Antonin Dvorak.
Das facettenreiche, ganz im Sinne eines glänzenden Schmuckstücks brillierende Programm endete mit Paul McCartneys Ohrwurm „Yesterday“. Viel Beifall für die Künstler im gut besuchten Saal, zwei Zugaben und Geschenke sowie natürlich zahlreiche wichtige Geldspenden.

