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Extravaganten Modeschmuck von Christian Dior zeigen Kunsthistorikerin Regina Fischer, der ehemalige Henkel&Grosse-Chef Michael Grosse und Volksbank-Eventmanagerin Sina Dornbach (von links). Das Foto zeigt Christian Dior.
Extravaganten Modeschmuck von Christian Dior zeigen Kunsthistorikerin Regina Fischer, der ehemalige Henkel&Grosse-Chef Michael Grosse und Volksbank-Eventmanagerin Sina Dornbach (von links). Das Foto zeigt Christian Dior.
Diese Uhrkette von 1907 ist aus präpariertem Menschenhaar. Foto: Molnar
Diese Uhrkette von 1907 ist aus präpariertem Menschenhaar. Foto: Molnar
20.09.2017

Blick auf 110 Jahre Schmuckgeschichte von Henkel & Grosse

Pforzheim. Im Rahmen des Jubiläums Goldstadt 250“ wird im VolksbankHaus Pforzheim an die 110-jährige Geschichte des einst renommierten Pforzheimer Modeschmuckunternehmens Henkel & Grosse erinnert werden: Von den Anfängen mit Uhrenketten aus Flechthaar über die schlichte Bauhaus-Ästhetik der Zwanziger Jahre bis hin zu den opulenten Colliers von Christian-Dior-Designern in den 1990er-Jahren. Denn eines soll ganz klar herausgestellt werden: die zwei Linien Grossé und Dior.

„Das sind zwei Welten“, betont Michael Grosse, der die Leitung der Firma um 1960 übernahm. Die Schmuckstücke der Marke Grossé waren eher klassisch-ruhig, konzentrierten sich auf bearbeitetes, veredeltes Metall. Die Kreationen von Dior fielen opulent, bunt und verspielt aus, waren meist mit vielen Steinen besetzt. Seit dem Einstieg des französischen Modeschöpfers im Jahr 1955 besaß die Pforzheimer Firma die exklusive Produktions- und Vertriebslizenz für Dior-Schmuck. „Wir haben die weltweite Lizenz gehabt“, sagt der 80-jährige Unternehmer, der selbst eine Kaufmanns-, Goldschmied- und Mechaniker-Lehre abschloss und sich Stufe für Stufe nach oben arbeitete.

Einzigartige Colliers, Ringe, Broschen und Ohrringe aus den Kollektionen von Christian Dior und von Grossé werden im VolksbankHaus unter dem Motto „vom New Look zum Petticoat“ in acht Vitrinen präsentiert werden.

„Das ist auch ein Stück Goldstadtgeschichte“, sagt Kunsthistorikerin Regina Fischer, die in die Ausstellung einführen wird und selbst persönliche Erinnerungen hat. So bekam sie als 16-Jährige eine Kreole von Dior geschenkt: „Das war damals etwas ganz Besonderes“, so Fischer. Beeindruckend bei den ausgewählten Stücken sei die Qualität, die der von Echtschmuck in nichts nachstehe. Eines der ältesten Exponate ist eine Uhrkette aus präpariertem Menschenhaar von 1907. Die Colliers der Goldenen Zwanziger zeichneten sich indes durch ihr reduziertes Design aus, das ganz dem Bauhaus-Stil folgte. „Da wollte man gar nicht, dass es funkelt. Der Schmuck sollte funktional und nüchtern sein“, erläutert Fischer. Aus Galalith, einem modernen Kunststoff, waren diese Ketten hergestellt, ihre Optik erinnert an Elfenbein oder Ebenholz.

Der im Titel besagte „New Look“ wurde 1947 von Dior erfunden: elegante Mode mit enger Taille und ausgestellten Röcken. Damit sollte der Trümmerzeit etwas Luxuriöses entgegengestellt werden. Noch opulenter als Dior waren Designer wie Gianfranco Ferré oder John Galliano, die in den 1990er- und 2000er-Jahren künstlerische Direktoren des französischen Unternehmens waren. Von ihnen sind etwa extravagante „Hunde-Colliers“ mit Karabinern und Piercings ausgestellt.

Die Vernissage findet am Donnerstag, 28. September, um 19 Uhr im VolksbankHaus statt. Bis 14. Oktober ist die Schau zu besichtigen.