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Bruno Mars stellt bei den MTV Europe Music Awards in Rotterdam seinen neuen Song vor.  DE WAAL
Bruno Mars stellt bei den MTV Europe Music Awards in Rotterdam seinen neuen Song vor. DE WAAL
17.11.2016

Bruno Mars: „Es macht keinen Sinn, Alben aufzunehmen“

Vier Jahre hat sich Bruno Mars nach „Unorthodox Jukebox“ für sein drittes Album Zeit gelassen. Heute erscheint sein drittes Album „24K Magic“. Im Interview erzählt er von persönlichen Höhepunkten und Erfolgsdruck und verrät, warum er gern im Auto arbeitet.

PZ: Sie haben vor Kurzem angekündigt, dass Sie bessere Songs schreiben wollen, bessere Konzerte geben und bessere Musikvideos drehen. Klingt, als würden Sie sich selbst eine Menge Druck machen?

Bruno Mars: Das ist eine Menge Druck. Aber damit verdiene ich meinen Lebensunterhalt. Deshalb muss ich das Bestmögliche aus mir rausholen.

PZ: Sie sollen viel Zeit damit verbringen, ihre Aufnahmen im Auto anzuhören, um die richtige Abmischung zu finden.

Mein Auto ist meine Testumgebung. Wenn es in meinem Auto gut klingt, wenn Schlagzeug und Gesang gut rüberkommen und der Song seinen Zweck erfüllt, dann hab ich das Gefühl, ich hab’s geschafft.

PZ: Sie legen viel Wert darauf, nicht nur einzelne Songs zu veröffentlichen, sondern ein ganzheitliches Album. Manche sagen, mit dem Album als Kunstform ist es vorbei.

Das stimmt. Es ist vorbei. Es gibt keine Plattenläden mehr. Es macht keinen Sinn mehr, Alben aufzunehmen. Doch ich bin in einer Zeit aufgewachsen, als es anders war. Vielleicht wäre ich nicht hier, wenn ich nicht nach der Schule immer in die Plattenläden gelaufen wäre, umgeben von Musik, die mich inspiriert hat. Ich bin mit Alben aufgewachsen, die Geschichten erzählt haben. Es ging darum, zu zeigen, wer man war und für was man steht. Das will ich auch.

PZ: Manche Leute werden nur einzelne Songs des Albums kaufen.

Die tun sich keinen Gefallen. Wenn sie einen Song gekauft haben, dann sollten sie auch die anderen acht hören. Denn die Lieder sprechen miteinander. Darauf hab’ ich im Studio geachtet.

PZ: Als Kind sind Sie häufig als Elvis-Imitator aufgetreten und hatten einen Auftritt im Kinofilm „Honeymoon In Vegas“.

Ich hätte fast einen Oscar bekommen!

PZ: Wirklich? Waren Sie nominiert?

Nein. Aber ich erzähle gern, dass ich fast nominiert worden wäre.

PZ: Wie viel Elvis steckt heute noch in Ihnen?

Guck’ dir die Juwelen im Musikvideo an und die schrillen Outfits. Ich glaube, das wird mir immer auf eine gewisse Art im Blut liegen, den Leuten die große Show zu liefern.

PZ: Wenn Sie auf die vergangenen Jahre zurückblicken, was war Ihr persönlicher Höhepunkt?

Als ich „Grenade“ zum ersten Mal vor Publikum gesungen hab’, bevor überhaupt irgendjemand den Song gehört hatte. Das war etwas Besonderes. Denn als ich aufgewachsen bin, habe ich nur Cover-Versionen gespielt. Als ich dann mein erstes eigenes Album beworben habe und eine Reihe von eigenen Songs geschrieben hatte, da kam dieses Gefühl: Vielleicht hast du hier gerade etwas erreicht.

PZ: Adele, mit der Sie auch schon zusammengearbeitet haben, hat kürzlich gesagt, dass es ihr recht wäre, nicht mehr auf der Bühne zu stehen und nur noch im Studio zu singen. Der Applaus würde ihr nicht fehlen. Wie wäre das bei Ihnen?

Um den Applaus geht es nicht. Ich liebe es, zu hören, wie eine Live-Band meine Songs spielt. Schon als Kind fand ich es toll, ein Mikrophon zu nehmen und meine Stimme auf den großen Lautsprechern zu hören. Oder die Gitarre. Das fühlt sich an wie Superkräfte.