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Reinhard Stöhr  macht sich Gedanken über die Zukunft von „Calw rockt“. Foto: Privat
Reinhard Stöhr macht sich Gedanken über die Zukunft von „Calw rockt“. Foto: Privat
01.07.2016

„Calw rockt“ macht Verluste und steht am Scheideweg

Calw. Die Bilanz ist alarmierend: In den vergangenen fünf Jahren war die bei Fans des Classic Rock beliebte Konzertreihe „Calw rockt“, die es seit 2002 gibt, dreimal in den roten Zahlen, sagt Organisator Reinhard Stöhr. So auch dieses Jahr. Trotz der 3400 Fans, die am vergangenen Wochenende zu Sweet, den Hooters und Suzi Quatro gekommen waren. Grund seien die drastisch gestiegenen Kosten, allen voran die GEMA-Forderungen.

„Die Gebühren der Rechteverwertungsgesellschaft sind seit den Anfangsjahren von 1600 auf knapp 12.000 Euro gestiegen. Die Kosten für Technik und Sicherheit haben sich verdoppelt“, schildert Stöhr. Davon, „Calw rockt“ sterben zu lassen, will Stöhr, der gemeinsam mit Jürgen Ott die Agentur concetera leitet, nicht reden: „Da hängt unser Herzblut dran.“

Dennoch: So kann es nicht weitergehen. Mittlerweile existiere „Calw rockt“ nur noch, weil die Veranstaltung vom Calwer Klostersommer in Hirsau subventioniert werde. Nachgedacht wird über ein anderes Konzept. „Ein-Tages-Veranstaltungen rentieren sich nur noch, wenn bekannte Künstler zu fairen Gagen ein ausverkauftes Konzert garantieren“, sagt der Veranstalter. Das Event auf zwei oder drei Tage auszudehnen sei schwierig, schon wegen der Anwohner und der Einzelhändler am Marktplatz.

Man müsse auch über andere Musikrichtungen nachdenken, sei es Klassik oder Volksmusik. Dann allerdings wäre eine Bestuhlung nötig: „Aber mehr als 1400 Personen bringt man auf dem Marktplatz nicht unter.“ Und die Eintrittspreise erhöhen? Stöhr: „Mit knapp 60 Euro sind wir schon jetzt am Anschlag.“

Zudem weise der Marktplatz „eine ungünstige Zwischengröße“ auf. Der Platz für 5000 Personen sei zu klein für große Bands wie Deep Purple.