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Die Aktivistin Rosalie (von links), Clubbesitzerin Marion, der Journalist Camille und der desillusionierte, müde Held Danton unterhalten sich in Marions Club über Kämpfen oder Aufgeben. Danton entscheidet sich gegen den Widerstand.
Marion Dühnen
Kultur
"Dantons Tod" feiert im Pforzheimer Kulturhaus Premiere als modernes Schauspiel

Pforzheim. Die Revolution sollte Freiheit bringen, endet jedoch in Überwachung, Zensur und politischem Terror. Im modernen Schauspiel frei nach Georg Büchners „Dantons Tod“ erlebt man den Klassiker als dystopischen Thriller. „Die Revolution frisst ihre Kinder“ wird zu „der Algorithmus löscht sie“. Die Premiere am vergangenen Samstagabend im Studio war ausverkauft. In der modernen Adaption lebt Danton in einem totalüberwachten Staat, der aus der Revolution hervorgegangen ist, sich aber in ein System aus Kontrolle und Ideologie verwandelt hat. Während Danton desillusioniert ist und nicht mehr eingreifen will –„ich bin müde vom Blutvergießen und vom ewigen Gerede von Tugend“ –, planen Robespierre und seine Anhänger seine Diskreditierung und Verhaftung. Dantons Müdigkeit wird dabei von Regisseur Frank Kalcher durch das Tragen eines Pyjamas inszeniert. Trotz Warnungen seiner Freunde bleibt Danton passiv und wird schließlich zusammen mit ihnen zum Tode verurteilt. Am Ende werden sie öffentlich hingerichtet, und Dantons Frau Julie nimmt sich aus Verzweiflung das Leben.

Die dargestellten Zustände erinnern an heutige Staaten wie China, Russland oder auch in Teilen die USA, in denen Fragen von Überwachung, Kontrolle und Macht immer brisanter werden. So wirkt Büchners

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