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Andreas Mürle präsentiert mit der per Videokonferenz zugeschalteten Katalyn Hühnerfeld das Sommerprogramm des Kulturhauses Osterfeld. 

„Das Beste aus zwei Welten“: Sommerprogramm im Kulturhaus Osterfeld setzt auf Live- und Online-Erlebnisse

Pforzheim. Eigentlich würde das Kulturhaus Osterfeld in diesen Wochen die Spielzeit beenden und in den Festival-Modus schalten. Nachdem Corona aber vorzeitig den Stecker zog, haben die Verantwortlichen kurzfristig und hemdsärmelig ein Alternativprogramm auf die Beine gestellt, das im Rahmen der Abstands- und Hygieneregeln möglich ist. Praktisch heißt das, maximal 74 Zuschauer im Großen Saal und 235 bei Veranstaltungen im Innenhof.

Vor allem Letzteren will das Osterfeld beleben: von 6. August bis 5. September mit dem Open-Air-Kino. Zunächst aber mit dem neuen, an diesem Samstag um 19 Uhr startenden Format „Komik im Quadrat“. Moderatorin Katalyn Hühnerfeld verspricht dabei einen kurzweiligen Mix aus Kabarett, Comedy, Musik und Spezialitäten wie Poetry Slam und Artistik. „Ein Abend, vier Künstler, Lachen hoch zwei.“ Zum Auftakt sind neben der aus der RTL-Show „Hotel verschmitzt“ bekannten Hühnerfeld dabei: der Zauberer Helge Thun, der am morgigen Mittwoch im Großen Saal solo auftritt, der Musik-Kabarettist und Parodist Andy Ost sowie die Poetry Slammerin Anna Matuschka. Die weiteren Termine von „Komik im Quadrat“: 25. Juli, 23. August und 13 September – mit anderen Künstlern. „Wir haben Sehnsucht nach Kultur, und das Publikum hoffentlich auch“, sagt Hühnerfeld. Weil viele Menschen im Sommer nicht wegfahren, wolle man ihnen die Chance geben, „Komik im Quadrat“ im Freien erleben zu können. Weswegen wetterfeste Kleidung wichtig sei.

Kulturhaus-Geschäftsführer Andreas Mürle setzt beim Sommerprogramm auch auf „Hybrid-Veranstaltungen“. Diese sind live im Großen Saal, ab 9,70 Euro aber auch als Streaming-Angebot zu sehen: das „Glanzlieder“-Konzert von Dieter Huthmacher und Matthias Hautsch an diesem Samstag um 20 Uhr, das Format „Lachen Sie sich schon mal frei“ (8. und 22. Juli), und die Auftritte des Slampoeten Nektarios Vlachopoulos (24. Juli) sowie der Sängerin Sarah Straub (1. August). „Wir wollen das Maximale rausholen, das Beste aus beiden Welten“, sagt Mürle. Und auch jenen Risikogruppen im Internet eine Möglichkeit geben, die sich derzeit nicht unter die Leute trauen. Weil das Osterfeld wegen der Pandemie nur einen Saal – mit einem Bruchteil des üblichen Publikums – bespielen kann und Veranstaltungen wie die „Winterträume“ wegfallen, mit denen das Haus Geld verdient, müsse er dieses Jahr an die „eigentlich für andere Risiken vorgesehenen Rücklagen“ ran. Wegen des konservativ kalkulierten Haushalts rechnet Mürle jedoch damit, dass das Osterfeld „mit einem blauen Auge“ durch die Krise kommt.

Michael Müller

Michael Müller

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