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Sie befinden sich schon seit Jahren im Sammlungsbestand von Eberhardt: Bilder Dmitri Gliugovskis.
Sie befinden sich schon seit Jahren im Sammlungsbestand von Eberhardt: Bilder Dmitri Gliugovskis.
Hans Eberhardt vor Bildern von Philipp Karl Moritz und Manoschin.  Recklies
Hans Eberhardt vor Bildern von Philipp Karl Moritz und Manoschin. Recklies
Von Rainer Herbst sind Bilder und Skulpturen in der Ausstellung zu sehen.
Von Rainer Herbst sind Bilder und Skulpturen in der Ausstellung zu sehen.
22.09.2015

Der Sammler mit weitem Geschmack - Ausstellung im Kunsthaus 19/21

Seit vielen Jahren schon sammelt Hans Eberhardt zeitgenössische Kunst. Begeisterte sich Hans Eberhardt in den 1980er- und 1990er-Jahren vor allem für Werke junger russischer Künstler, so hat sich der Schwerpunkt inzwischen verlagert. Einerseits verfolgt und begleitet Hans Eberhardt seit einigen Jahren den Werdegang junger Künstler wie den von Samantha Augenstein, Julia Prange oder Jan Weidner – von all diesen regionalen Jungkünstlern sind im Fundus des Kunsthauses 19/21 einige zentrale Arbeiten zu finden.

Andererseits hat es sich Hans Eberhardt mit der von ihm ins Leben gerufenen Stiftung aber auch zur Aufgabe gemacht, Künstlernachlässe zu übernehmen, zu ordnen und zu erhalten. So sind unter anderem viele Arbeiten des Kölner Künstlers Karl Marx (1929 – 2009) unter dem Dach der Stiftung und somit auch in den Schauräumen des Kunsthauses 19/21 zu finden.

Für die aktuelle Ausstellung, die am Sonntag eröffnet wurde, hat Hans Eberhardt Werke aus dem eigenen Bestand zusammengetragen und eine abwechslungsreiche Schau zusammengestellt. Dabei hat Eberhardt die Arbeiten weder thematisch noch chronologisch geordnet. Vielmehr stellt er in den meisten Fällen Werke russischer Künstler, die schon seit Jahrzehnten in seinem Besitz sind, solchen jüngerer Künstler gegenüber, die in der Gestaltung mitunter eine überraschende Nähe haben.

So sind beispielsweise kons-truktivistisch anmutende Arbeiten des einstigen Kunsthaus-Stipendiaten Philipp Karl Moritz neben Bildern des russischen Künstlers Manosschin zu sehen, die gut drei Jahrzehnte früher entstanden sind. Aber auch Werke von Karl Marx und Dieter Krämer aus den 1960er-Jahren werden in der Schau nebeneinander gezeigt, wobei den Betrachtern schnell offenbar wird, dass die beiden Künstler sich bei der Auswahl ihrer Motive bisweilen nahe stehen – im Stil aber unterscheiden.

Viele der in der aktuellen Ausstellung gezeigten Bilder waren bereits in früheren Präsentationen zu sehen, eine Reihe von Werken „werden aber erstmals öffentlich gezeigt“, so Hans Eberhardt. Darunter neben Bildern des ehemaligen Pforzheimer FH-Studenten Jan Weidner auch zwei Arbeiten der Kunsthaus-Stipendiatin Julia Lazzarus, die sich damals am Ende ihre Aufenthalts im Kunsthaus mit einer Installation präsentierte.

Auf Zeichnungen von Dmitri Glaskov, die so bislang noch nicht zu sehen waren, stoßen die Besucher bei ihrem Rundgang durch die Räume auf den zwei Stockwerken ebenso wie auf mehrere Arbeiten des Künstlers Rainer Herbst, die teilweise im Dialog zu Arbeiten des Künstlers Grigorian stehen – „denn die Arbeiten stammen aus etwa der selben Zeit, auch wenn man es ihnen nicht ansieht“, so Eberhardt. Werke von Eugen Ackermann oder Sergej Gorshkov sind neben einer Auswahl großformatiger Arbeiten Julia Pranges zu sehen und machen deutlich: Hans Eberhardt hat „einfach querbeet“ gesammelt – mit gewissen Schwerpunkten, aber vor allem nach eigenem Geschmack. Und der war und ist, wie der Querschnitt zweigt, wahrlich alles andere als schlecht.