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Hannes Liewald und Simon Hartfelder (rechts) sind Quiet Lane. Foto: Roller
Hannes Liewald und Simon Hartfelder (rechts) sind Quiet Lane. Foto: Roller
30.11.2017

Die Band Quiet Lane veröffentlicht ein neues Album und spielt im Kupferdächle

Pforzheim. Von Momenten und Situationen, in die sich jeder hineindenken kann und mit denen jeder etwas anderes verbindet, erzählen die Lieder auf dem neuen Album von Quiet Lane. Was Simon Hartfelder (33) und Hannes Liewald (27) auf ihrer neuen Platte präsentieren, ist keine Partymusik, zum Abfeiern eher ungeeignet. Die beiden bevorzugen die langsamere Gangart – was freilich nicht bedeutet, dass es immer nur leise zugeht. Der Zuhörer begibt sich auf eine musikalische Reise. Aber wohin eigentlich? Schwer zu sagen, denn in eine Schublade stecken lassen sie sich nicht gerne.

Und als klassische Singer-Songwriter wollen sie erst recht nicht verstanden werden. Aber als was dann? „Eigentlich machen wir Folkmusik“, versucht Hannes den Stil der Band zu beschreiben: Trotzdem versuche man, auch andere musikalische Einflüsse zuzulassen. Aber, ergänzt Bandkollege Simon, „diese Einflussgeschichte passiert nicht bewusst, das entwickelt sich einfach“. Gut zwei Jahre haben die Musiker an ihrem neuen Album „When Dust Dances On A Quiet Lane“ gearbeitet und die 14 Songs so angeordnet, dass sie dynamisch aneinander anknüpfen. Viele von ihnen existieren schon länger und werden bei Live-Auftritten gespielt.

Song zum Film

Hinter dem Titelsong verbirgt sich eine Entstehungsgeschichte, die in Afrika beginnt: Ein Freund betreibt dort ein soziales Fahrrad-Projekt. Als er einen Film über seine Arbeit drehte, fragte er Hannes und Simon, ob sie ein Lied beisteuern könnten. Sie konnten. Eine musikalische Situationsbeschreibung aus verschiedenen Perspektiven, an deren Ende die Erkenntnis steht: Materieller Besitz ist nicht alles.

Unzählige Stunden Arbeit haben Simon und Hannes in ihr Album investiert, zahlreiche Songs selbst komponiert. Bei ihnen ist das Teamarbeit: Hat einer eine Melodie, eine Strophe oder einen Textentwurf im Kopf, dann wird „schonungslos, offen und ehrlich“ darüber diskutiert. Über 30 Songs haben die beiden geschrieben. Seit etwa drei Jahren machen sie in ihrer Freizeit zusammen Musik. Im Hauptberuf sind beide Lehrer, genauer gesagt Sonderpädagogen.

An die Anfänge ihrer Zusammenarbeit können sie sich noch genau erinnern: Im Herbst 2014 wollte Simon mit Hannes’ Hilfe sein Gitarrenspiel verbessern. Man habe Folk- und Countrysongs zusammen gespielt, erzählt er. Irgendwann gingen sie zum Schreiben eigener Songs über und merkten: Nicht nur sie, sondern auch ihre Stimmen passen gut zusammen. Ein halbes Jahr nahmen sie sich Zeit, um rund 20 Songs zu schreiben und zu proben. Dann kam im Februar 2016 der erste Auftritt, mehr als hundert weitere folgten. „Im Grunde geht es um Emotionen“, sagt Hannes: „Jeder Mensch hat verschiedene Weisen, um Erlebtes zu verarbeiten. Manche machen Kunst, andere gehen in den Fußballverein, und wir machen Musik.“