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Mike Love ist in Stuttgart als einziges Gründungsmitglied noch dabei. Foto: Neubauer
Mike Love ist in Stuttgart als einziges Gründungsmitglied noch dabei. Foto: Neubauer
17.06.2017

Die Beach Boys bringen gute Laune in die Stuttgarter Liederhalle

Stuttgart. „Stehst Du auf die Rolling Stones oder auf die Beatles?“, lautete in den 1960er-Jahren eine häufig gestellte Frage. „Ich bin für die Beach Boys“, kam dann mitunter die unerwartete Antwort. Der amerikanische Gegenentwurf mit den Erfindern des Surf-Sounds zu den britischen Überfliegern hat auch nach einem halben Jahrhundert noch nichts von seiner Anziehungskraft verloren. Als die „Strand-Jungs“ aus Los Angeles in der proppenvollen Stuttgarter Liederhalle mit „I Get Around“ einen der vielen einstigen Nummer-Eins-Hits unmittelbar vor der Pause anstimmen, erheben sich die Zuhörer, singen begeistert mit und spenden reichlich Beifall.

Mit Sänger Mike Love ist nur noch ein Gründungsmitglied in der inzwischen auf acht Musiker angewachsenen „Beach Boys“-Formation vertreten. Die Brüder Carl und Denis Wilson haben schon lange das Zeitliche gesegnet, Brian Wilson und Wilson-Cousin Al Jardine gehen ihre eigenen Wege. Doch Love – mit 76 Jahren in Ehren ergraut – mit Hawaii-Hemd und Baseballmütze am Mikrofon, hat noch nichts von seiner klaren Stimme eingebüßt. Und wenn es bei den für die Band typischen mehrstimmigen Songs in besonders hohe Höhen geht, unterstützen ihn authentisch seine Mitstreiter auf den Brettern, die die Welt bedeuten, insbesondere die drei Gitarristen.

Fast immer geht es dabei um die anderen Bretter, die für die „Beach Boys“ nicht weniger die Welt bedeuten, Surf-Bretter – und um Sonne, Sommer, Strand. Oft auch um Autos. Passend zu Titeln wie „Surfin’ Safari“ und „Surfin’ USA“ flimmern dazu pausenlos auf der Videoleinwand Filme von surfenden Jungs auf hohen Wellen und sich im Sand räkelnden Schönheiten.

Charts-Stürmer wie „Help Me Rhonda“, „Sloop John B“, „Barbara Ann,“ „Kokomo“ und „Fun, Fun, Fun“ euphorisieren die Besucher. Doch der absolute Glanzpunkt ist und bleibt „Good Vibrations“, ein geniales Werk mit ungewöhnlichen Wendungen, Takt- und Rhythmuswechseln. Der Titel mit den guten und wohlklingenden Schwingungen – so die Übersetzung – ist so einzigartig, dass er von der amerikanischen Pop-Zeitschrift „Rolling Stone“ als sechstbester Song aller Zeiten eingestuft wird – direkt hinter Stücken von Bob Dylan, den Rolling Stones, John Lennon, Marvin Gaye und Aretha Franklin. Noch lange klingen diese Schwingungen nach.