Pforzheim. Wasser ist Vieles: Licht und Farbigkeit, Bewegung und Struktur, Flüssigkeit und Tragkraft. 13 Mitglieder der Sektion Bildende Kunst des Pforzheimer Kulturrats zeigen bis Ende März in einer kleinen, aber feinen Ausstellung im Foyer der Stadtbibliothek Pforzheim Arbeiten, die sich mit Wasser und seinen Erscheinungsformen auseinandersetzen.
Die klein- bis mittelformatigen Werke umfassen ein Spektrum künstlerischer Techniken von Malerei, Zeichnung, Fotografie bis zu Skulptur, die Darstellungsformen reichen von realistisch bis abstrahiert und völlig abstrakt.
Das Thema Wasser mit Bezug zu Pforzheim hatte die Sektion ihren Mitgliedern für die jährliche jurierte Ausstellung vorgegeben, wie Sektionssprecherin Sybille Burrer in der Einführung bei der Vernissage erläuterte. 15 Mitglieder beteiligten sich, die Arbeiten von 13 wurden von den Jurorinnen ausgewählt, den Kunsthistorikerinnen Ulrike Rein, Tanja Solombrino und Christina Klittich. Die sorgfältig kuratierte Ausstellung nutzt den vorhandenen Raum optimal und gruppiert die unterschiedlichen Arbeiten in harmonischen Nachbarschaften.
Monika Ziemer spürt in drei kleinformatigen, zartfarbigen Mischtechniken auf Papier Spuren, Linien und Flächen im Wasser nach. Fast konstruktiv muten die abstrahierten Wellenstrukturen in den Mischtechniken mit Frottagen von Ute Morof an, durch ihre Farbigkeit verraten sie die Verwandtschaft zum flüssigen Element. In zwei kleinen, auf Holz abgezogenen Fotos greift Zopfmaid das Wasser in der Fontäne des Stadtgartens in seiner Funktion als Transportmittel und tragfähigem Element auf.
Angela Amon fängt Reflexionen und Spiegelungen in ihren zarten Bleistiftzeichnungen mit ganz feinen und dicht gewebten Strichen ein. Dass die unbändige Kraft des Wassers bedrohliche Züge tragen kann, zeigt Brigitte Ruhmann in ihrem Acryl/Ölbild. Blickfang an der Treppenwand sind zwei Fotografien von Winfried Reinhardt, die mit der veränderlichen Farbigkeit des Wassers spielen. Die einzige Skulptur (Eisen mit koloriertem Japanpapier) stammt von Ingrid Bürger und zeigt eine Wellenmuster-Variation in Blautönen.
Vier bearbeitete Schwarzweiß-Fotografiken von Norbert Jüdt greifen Wassersituationen zwischen Idylle und Verschmutzung auf. In den sechs monochromen Acryltafeln von Norbert Preissler stellt sich Wasser als großes Farbspektrum in Türkis dar. Dass Wasser Impulse aufnimmt und spontan Blasen bildet, hat Manfred Jeschke fotografisch eingefangen. In einem digitalen Foto und einem Video-Still von Brigitte Neufeldt verwirbelt und verdunstet Wasser. „Wasser zum Gießen“ gibt es an einer Wasserstelle des Hauptfriedhofs in einem Aquarell von Christof Grosse. In temperamentvollem Duktus hat Ingrid Lemke Pigmente, Sand und Marmormehl auf die Leinwand gebracht und stellt in ihrem abstrakten Gemälde die ungebremste Lebendigkeit des Wassers dar.

