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„Alkohol am Steuer ist gar nicht wild. Hauptsach’, du hast kein Pforzheimer Nummernschild.“ Dominik Kuhn alias „Dodokay“ bastelt sich seine eigenen Regeln. Foto: Roller
„Alkohol am Steuer ist gar nicht wild. Hauptsach’, du hast kein Pforzheimer Nummernschild.“ Dominik Kuhn alias „Dodokay“ bastelt sich seine eigenen Regeln. Foto: Roller
07.08.2017

Dominik Kuhn bringt als „Dodokay“ die Gäste in Hirsau zum Lachen

Calw-Hirsau. Tja, es ist eben so eine Sache mit den Schwaben. Mal sprechen sie von einem schönen Tod. Dann meinen sie, etwas schmecke so gut, dass man sich reinlegen könnte. Beim Arzt bitten sie einen freundlich darum, „grad gschwind“ zu warten, auch wenn es hinterher wesentlich länger dauert. Und zuhören können sie schon mal gar nicht. Wie gut, dass es Dominik Kuhn gibt. Er nennt sich „Dodokay“ und kennt sich mit den Schwaben und ihrer Sprache hervorragend aus. „Die Schwaben“, sagt er bei seinem Auftritt in der Hirsauer Klosterruine, „das sind einfach komische Typen“. Und er muss es wissen. Schließlich synchronisiert er seit Jahren Film- und Fernsehausschnitte auf Schwäbisch und bringt die Menschen mit seiner schwäbischen Comedy zum Lachen.

Auch wenn er längst als Vorzeigeschwabe gilt, hat er als Jugendlicher einige sonderbare Erfahrungen mit dem Schwäbischen gemacht. Kein Wunder, denn für manche Dinge eignet es sich wirklich nicht besonders gut. Für Werbung zum Beispiel. Oder für die Durchsagen in Autobahnklos. Würde ja auch komisch klingen, wenn Raststätten damit prahlen würden, der „beschde Saich-Tempel an d’r Stroß“ zu sein. Aber eigentlich, da ist sich Kuhn sicher, sind Schwaben doch „coole Birnen“.

Von der Nachbarin gelernt

Er selbst kommt aus einem Dorf in der Nähe von Reutlingen und ist dort durch seine Nachbarin mit dem Schwäbischen in Kontakt gekommen. Eine ältere Frau, die so laut geredet hat, dass sie jeder im Dorf hörte. „Frau Metzger hatte schon vor 30 Jahren Follower.“ Von ihr hat er auch einige Bauernregeln gelernt. Mittlerweile denkt er sich seine eigenen aus: „Alkohol am Steuer ist gar nicht wild. Hauptsach’, du hast kein Pforzheimer Nummernschild.“

Wenn es nach Dodokay geht, gibt es genug gute Gründe, Schwäbisch zu reden. Mal abgesehen davon, dass einen die NSA beim Abhören nicht versteht.

Inzwischen weiß Kuhn aber, warum das bei den Schwaben mit dem Zuhören manchmal nicht klappt: „Die brauchen Zeit, um ihre eigene nächste Geschichte vorzubereiten.“ Geschichten hat er mehr als genug im Gepäck. Von Arzthelferinnen, von Bäckereifachverkäuferinnen, von Erlebnissen an der Metzgertheke und von Feuerwehrkommandanten, deren Verhalten sich im Angesicht einer Fernsehkamera schlagartig ändert. Apropos Fernsehen: In seinen kurzen Filmen liefert Kuhn den Beweis dafür, dass das Schwäbische in der Welt präsenter ist als man vermuten würde. Und er zeigt, dass James Bond in Wahrheit Dieter heißt und ein echter Schwabe ist, der Sanitärprodukte an Frauen und an Dr. No verscherbelt. Das Publikum lacht sich scheckig und staunt immer wieder über Kuhns Einfallsreichtum. Und am Ende: Tosender Applaus und eine ausgedehnte Zugabe.