Von einem außergewöhnlichen Frauenleben, einem Jahrhundertleben erzählt die Autorin Eva Sichelschmidt in ihrem neuen Roman «Schön, dass du da warst». Sie porträtiert eine Frau, die sich in vielen Rollen bewähren muss - als Arztgattin, Mutter und schließlich als Großmutter, die ihre kleine Enkelin großzieht.
Daraus entsteht eine spannungsgeladene, aber auch liebevolle Beziehung zwischen zwei Frauen, die nicht nur unterschiedliche Generationen, sondern auch Wertvorstellungen repräsentieren. Die rebellische Enkelin als Erzählerin der Geschichte sieht in der Großmutter oft eine Frau von vorgestern.
Und doch überwiegt die Liebe und der Respekt vor dieser verantwortungsvollen und lebenstüchtigen Person, die sich noch mit hundert Jahren unerschrocken vor den Computer setzt und das Leben in manchen Dingen so viel pragmatischer angeht als ihre Enkelin.
Das Buch ist berührend und einfühlsam, auch wenn die Erzählweise der Autorin, die Geschichte auf verschiedenen Zeitebenen voranzutreiben, etwas mühsam ist. «Schön, dass du da warst» ist eine Fortschreibung der Familiengeschichte der Rautenbergs aus dem Ruhrgebiet, die Sichelschmidt schon in zwei vorangegangenen Romanen erzählt, ist aber eigenständig und auch ohne Kenntnis dieser Bücher lesenswert.
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