Mit «Das Pfarrhaus» legt die walisische Autorin Carys Davies einen stillen, aber hochspannenden neuen Roman vor. Der englische Bibliothekar Hilary Bird sucht darin nach einem psychischen Zusammenbruch Erholung und Vergessen in einer ehemaligen «Hill Station» für britische Kolonialbeamte in Indien.
In der idyllischen Atmosphäre eines anglikanischen Pfarrhauses kommt der ältere Junggeselle zur Ruhe. Sein beschaulicher Alltag wird bestimmt durch Gespräche mit dem Pfarrer, Lektüre und ausgedehnte Stadtrundfahrten mit dem Rikschafahrer Jamshed, dem er nach und nach sein Leben beichtet.
Bei gemeinsamen Englischstunden nähert er sich auch der jungen Haushälterin des Pfarrers, Priscilla, an. Doch während Hilary, in seine eigene Welt versponnen, romantische Pläne schmiedet, braut sich um ihn herum Unheil zusammen. Die vermeintliche Idylle des Zufluchtsorts erweist sich als trügerisch.
«Das Pfarrhaus» ist ein bezaubernder Roman. Sein besonderer Reiz liegt darin, dass er sich fast beiläufig, still und leise zu einem Lehrstück über menschliche Blindheit und Selbstbetrug entwickelt. Nicht nur Hilary, sondern fast alle Protagonisten haben etwas zu verheimlichen. Die vielen kleinen Geheimnisse und Missverständnisse führen zu tragischen Verstrickungen. Das Ende ist ein richtiger Knalleffekt.
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