Die Plakatausstellung thematisiert die Lage im Flüchtlingscamp Moria. Foto: Müller
Kultur
Eine Wand voller Verzweiflung: Projektraum LAF meldet sich mit eindrucksvoller Ausstellung zurück

Pforzheim. Zynisch, aktivistisch, erschreckend, aufwühlend, aber auch zu Herzen gehend: Hunderte Plakate, an der Östlichen 7 in und um den LAF-Projektraum absolut akkurat gehängt, regen zum Nachdenken an über die Situationen im Flüchtlingscamp Moria und in Afghanistan. „Luftbrücke jetzt“, „Open Borders Now“ ist da in großen Lettern zu lesen. Andere Plakate zeigen Fotografien und geschriebene Erzählungen aus dem Alltag von Geflüchteten.

Eine in den Niederlanden lebende spanische Bildredakteurin vernetzte sich mit einem geflüchteten Fotografen in Moria im Osten der griechischen Insel Lesbos. Wegen fehlender Sichtbarkeit in Medien und wachsender Verzweiflung über die menschenrechtsverletztenden Zustände starteten sie ein Projekt, an dem sich weitere Fotografen engagierten. Über die Plattform Instagram wendete sich das Kollektiv „Now You See Me Moria“ aus dem Geflüchtetenlager an die Öffentlichkeit.

Auch beim Projekt „Now Or Never“ haben sie Illustratoren und Gestalter aus aller Welt dazu aufgerufen, Plakate zu gestalten. Diese greifen die Lage in Afghanistan auf, wo der plötzliche Einzug der Taliban nach Kabul viele Menschen in ausweglose Situationen brachte. Die Arbeiten in den Vitrinen gegenüber des LAF bilden buchstäblich eine eindrucksolle Wand aus Diskriminierung und Verzweiflung.

Die Plakate waren in Wien, Algorta (Spanien) und Amsterdam ausgestellt. Dort hatte sie die im LAF engagierte Nora Myriel Gruica gesehen. Es war ihr Herzenswunsch, die Schicksale der Menschen in Pforzheim sichtbar zu machen. Zusätzlich zur inhaltlichen Ebene präsentiert der Projektraum ganz nebenbei den „State of the Art“ zeitgenössischer Plakat- und Seitengestaltung.

Die Ausstellung wird am Samstag, 30. Oktober, 17 Uhr eröffnet. Christian Schmidt berichtet von seinen Erfahrungen in Moria. Das Kommunale Kino zeigt am Sonntag, 31. Oktober, 17 Uhr, den Film „Kabul, City in the Wind“. Die Schau ist bis 28. November geöffnet, das LAF selbst jeweils am Wochenende. Anfragen für Führungen per E-Mail an post@laf-ev.de.