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Leid und Schmerz mit Musik ausgedrückt: Margret Schaal (Flöte) und Erika Budday (Orgel) in der Winterkirche Maulbronn.  Molnar
Leid und Schmerz mit Musik ausgedrückt: Margret Schaal (Flöte) und Erika Budday (Orgel) in der Winterkirche Maulbronn. Molnar
29.03.2016

Einfühlsame Musik zum Karfreitag: Margret Schaal und Erika Budday in Maulbronn

Maulbronn. Mit Musik und Worten wurde am Karfreitag in der gut besuchten Winterkirche des Klosters Maulbronn der Sterbestunde Jesu gedacht. Die Flötistin Margret Schaal und die Organistin Erika Budday musizierten Werke des 18. bis 20. Jahrhunderts, darunter auch eine Bearbeitung von Pergolesis bekanntem „Stabat Mater Dolorosa“.

Im Original ist das Stück für Sopran, Alt und Streichorchester komponiert. Der Text basiert auf einem mittelalterlichen Gedicht, das die Mutter Jesu in ihrem Schmerz um den Gekreuzigten besingt. Mit dunklen Orgelklängen beginnt Budday den ersten Satz (Grave), einfühlsam tritt die Flöte hinzu. Mit endlos langen, weichen Tönen vermag Schaal den Schmerz, das Gefühl von zarter Traurigkeit auszudrücken.

Voller Leid auch die Abwärtsläufe der Flötistin im zweiten Satz (Tempo Giusto), der etwas lichter wirkt. Ausgedehnte Klagetöne über einem diskreten Ostinato-Rhythmus der Orgel – Budday verwendet zum Begleiten eher Flöten- und gedeckte Register – erklingen auch im dritten Satz (Largo assai). Dazwischen liest Pfarrer Ernst-Dietrich Egerer biblische und moderne Texte zu Jesu Tod und Verurteilung. Wie ein beruhigendes Schlaflied wirkt direkt danach das „Pie Jesu“ aus Gabriel Faurés Requiem op. 48, bearbeitet für Flöte und Orgel von Barbara und Heinz-Peter Kortmann. Während die Begleitung gedämpft bleibt, bleibt die Melodie der Flötistin vorbehalten. Mal still und mal mit dynamischem Nachdruck berührt sie bei diesem Stück.

Ausdrucksvoll auch der moderne, chromatisch durchzogene Satz „Getsemani“ aus „Notturni sacri“ op. 113 von Bernhard Krol (1920– 2013). Zwei Soli trägt zudem die Organistin bei: Für Bachs große Choralbearbeitung „O Lamm Gottes, unschuldig“ aus den 18 Leipziger Chorälen (BWV 656) bevorzugt Budday einen volleren Klang mit allerlei Zungenregistern, ebenso ein gleichmäßig flüssiges Tempo. Brahms Choralbearbeitung aus op. 122 kommt dagegen schwer-erdrückend daher; die Töne verschwimmen, teils wirken sie leise nach. Mit Barockstücken von Antoine Dornel (Suite h-Moll) und Jean-Marie Leclair (Sonate e-Moll) im Schema Langsam-schnell-langsam wird die Konzertstunde umrahmt.