Pforzheim. Es war ein Fest für die Fans. Und die Fans – fast ausschließlich Damen im reiferen Alter – füllten die gesamte Thomaskirche, um Peter Orloff und den Schwarzmeerkosaken-Chor zu erleben. Der Chor und das dreiköpfige Orchester nahm sein Publikum mit auf eine musikalische Reise durchs winterliche Russland, in stimmungsvolle Kirchen, an die Wolga und zu farbenfrohen Festen und hatte sein Programm aus Volksliedern und Werken berühmter russischer Komponisten mit gern gehörten Stücken aus dem klassischen Bereich einschließlich der Oper ergänzt.
Die berühmte Arie „Nessun dorma“ aus der Oper Turandot von Giocomo Puccini und der Gefangenenchor aus Verdis „Nabucco“ durften hier nicht fehlen.
Der Schwarzmeerkosaken-Chor verfügt über ein umfangreiches Repertoire, das er passend zu Auftrittsort und Anlass variieren kann. Das Publikum ließ mit wohligen Seufzern schon bei den ersten Tönen erkennen, dass ihm die Stücke wohlvertraut sind und sparte nicht mit begeistertem Beifall.
Die sechs Sänger, dirigiert von Bariton Nasko Kirtscheff, beeindruckten im Bass durch ihr gewaltiges Stimmvolumen (Stefan Arnininsky), im Tenor mit klaren, vor allem im Piano leichten Höhen.
Zurückhaltend in der Begleitung, virtuos im Können das kleine Orchester mit Irina Kripakova an der Domra, der russischen Laute, Ilya Kurtev an der Balalaika und ganz herausragend am Bajan, dem russischen Akkordeon, Rudik Yakhin.
Und dann kam er auf die Bühne, auf den sie alle gewartet hatten: Peter Orloff, Solist, seit 1965 Mitglied und seit 1993 musikalischer Leiter des Schwarzmeerkosaken-Chores. Der Charme und die herzliche Attitüde des früheren Schlagersängers und Finalisten des Dschungelcamps 2019 ließ die Damenwelt dahinschmelzen. Sängerische Kraft und Glanz der Stimme haben zwar etwas nachgelassen, aber sein Publikum hat der inzwischen 75-Jährige nach wie vor im Griff. Liebenswürdig begrüßte er namentlich Bekannte und langjährige Fans in den Reihen, erzählte von seinem Hilfsprojekt für Kinder in Entwicklungsländern – für das er auch sein Dschungelcamp-Honorar gespendet hat – und zeigte sich als tiefgläubiger Mensch.
Der emotionale und stimmungsvolle Nachmittag berührte das Publikum zutiefst, das den Künstlern im Stehen Schlussbeifall spendete. Zur Zugabe „Kalinka“ wagte eine Dame gar einen Kasatschok, bevor gemeinsam „Guten Abend, gute Nacht“ gesungen wurde.

