Heidrun Schweda Stadttheater 23
 Foto: Meyer 

Ergreifender Abschied: Kollegen und Freunde gedenken Heidrun Schweda

Pforzheim. Wo ist der geeignetste Ort, um von einer Schauspielerin Abschied zu nehmen, für die Theater alles war, die Theater lebte? Im Theater, auf der Bühne! So gestalteten Kollegen, Weggefährten, Freunde und nicht zuletzt ihr Ehemann, Schauspieler Jens Peter, einen ergreifenden künstlerischen Abschied für die Ende Juli im Alter von 59 Jahren verstorbene, beliebte Schauspielerin Heidrun Schweda.

Der sichtlich noch völlig fassungslose Jens Peter ging seine Emotionen offensiv an, um den vielen Mitfühlenden angemessen zu danken. Seine Frau Heidrun Schweda, mit der er 31 Jahre lang zusammen war, davon 22 Jahre in Pforzheim, ist nicht mehr da. Aber sie war bei der Abschiedsfeier präsent: In zahlreichen O-Tönen aus dem Off, in Fotos, die sie in ihren Rollen und im Privatleben zusammen mit ihrer Familie zeigten.

Heidrun Schweda Stadttheater 02
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Kollegen und Freunde gedenken Heidrun Schweda

Ihre Kollegen und Weggefährten Franziska Tiedtke, Lilian Huynen, Klaus Geber, Markus Löchner, Lars Fabian und als musikalische Begleiter Klaus Dusek (Bass) und Philipp Haag (Klavier) erinnerten an sie mit Liedern von Richard Strauß („Wiegenlied“), Gerhard Schöne („Ganz einfach“), Hildegard Knef („Für mich soll’s rote Rosen regnen“), Reinhard Mey („Wir lieben uns 25 Jahr“) und Edith Piaf („Non, je ne regrette rien“). Jens Peter ehrte seine verstorbene Frau mit „Weil du nicht bist wie alle andern“ von Klaus Hoffmann. Gedichte von Erma Louise Bombeck („Der lila Hut“), Mascha Kaléko („Ich freu mich vor allem, dass ich bin/Lass mich dich trösten/Wir haben keine andere Zeit als diese/Mein Leben war ein Auf-dem-Seile-Schweben“), Rose Ausländer („Nicht fertig werden“) und anderen erzählten vom Leben im Jetzt, von Lebensträumen, von Trauer und Trost. Jeder Mitwirkende hatte gemeinsam erlebte Geschichten und Anekdoten mitgebracht. Und so entstand das Bild einer Frau mit starker Persönlichkeit, gefestigtem Charakter, großer Seele, Empathie und der Fähigkeit, völlig im Jetzt zu leben, was sie alles auch in ihre Rollen einbrachte.

Intendant Thomas Münstermann, der aus Respekt für die prägnante Stimme und die hohe Sprachkultur Schwedas ohne Mikrofon sprach, beschrieb, wie sich Schauspieler auf der Bühne nahekommen und sich doch fremdbleiben, ihr Innerstes öffnen und damit Durchlässigkeit des Charakters und Authentizität erreichen. Zu Ehren der Verstorbenen erhob sich danach das Publikum und spendete langanhaltenden Beifall.

Heidrun Schweda hinterlässt eine große Lücke und wird vielen fehlen.