760_0900_74232_Fools_Garden_Osterfeld_09.jpg
Peter Freudenthaler erzählt einige Anekdoten und hat das Publikum im Griff.  Foto: Meyer 
760_0900_74233_Fools_Garden_Osterfeld_18.jpg
Bieten einen geschlossenen, harmonischen und launigen Auftritt: Volker Hinkel, Thorsten Kiefer, Peter Freudenthaler, Jan Hees, Dirk Blümlein und Gabriel Holz (von links).  Foto: Meyer 

Fans feiern Fools Garden im Kulturhaus Osterfeld

Pforzheim. Sie sind wieder da. Und wie! Von wegen Eintagsfliege oder One-Hit-Wonder. „Da wird einem wieder bewusst, was alles von Fools Garden ist“, sagt eine Besucherin nach dem fast ausverkauften Konzert. Sie meint damit Nummern wie das aus einem C&A-Werbespot bekannte „Wild Days“ oder „Why Did She Go“. Aber auch die Titel des neuen, im März erscheinenden Albums zünden und werden vom Publikum im großen Saal des Kulturhauses Osterfeld frenetisch bejubelt.

Überhaupt feiern die Pforzheimer ihr Pop-Aushängeschild mit derartiger Mitsingfreude und Begeisterung, dass es Frontmann Peter Freudenthaler sichtlich anrührt. Als ob er ernsthaft bezweifelt hätte, dieses nahezu jährlich stattfindende Heimspiel nicht schon im Vorfeld als sicheren Sieg verbuchen zu können.

Fluch und Segen des Welthits

Die Euphorie erspielt sich die Band in den ersten Minuten. Keyboarder Thorsten Kiefer betritt alleine die Bühne. Nach einem sphärischen Intro kommen nach und nach die anderen Musiker hinzu. Das Konzert startet mit der neuen Version des Hits „Lemon Tree“, die ein wenig an Coldplay erinnert. Dann wäre das also abgehakt, könnte man meinen. Dieses Lied, das für Fools Garden Segen und Fluch zugleich ist. Doch später spielt die Band die Originalversion. Der Sänger gesteht dann, dass es ihnen manchmal zum Hals raushängt, aber eben auch ein unglaublicher Segen sei, einen echten Welthit geschrieben zu haben.

Wie vergangene Woche im Live-Video bei der „Pforzheimer Zeitung“, verspricht Freudenthaler „Melodien für Millionen“. Es sind Selbstironien wie diese, mit denen der Sänger die Zuschauer im Nu für sich einnimmt. Wie er da direkt vor den Augen der ersten Reihe auf der Monitorbox sitzt, Titel wie „Closer“ damit ankündigt, dass wir alle dankbarer sein sollten für Selbstverständliches wie Wasser, Strom und Demokratie, näher zusammenrücken sollten in einer Welt, die aus den Fugen zu geraten scheint. Wenn er darüber plaudert, wie er als Kind mit seiner Mutter erstmals zu „Rigoletto“ ins Osterfeld kam, das Gefühl beschreibt, als die Single „Wild Days“ Anfang der 1990er-Jahre erstmals im Radio lief, wie die Band vor Open-Air-Konzerten im Naturschutzgebiet Büchelberg für schönes Wetter betet, oder wie er als 19-Jähriger mit dem Bus zum Job beim Daimler fuhr und eine ältere Dame ihn ansprach. Mit diesem Lokalkolorit zaubert der Sänger eine lauschig-wohlige Intimität in den Konzertsaal.

Das passt wunderbar zur luftigen Leichtigkeit der Musik: melancholische Balladen („Dreaming“, „I burn“, „New World“), Rock’n’ Roll („25 Miles to Kissimee“), groovige Tanztitel („Ready for the Real Life“), US-Westcoast-Rock („Cook it a While“), Uptempo-Nummern zum Mitklatschen („Innocence“), Mitsing-Klassiker („Does Anybody Know“) und Gutelaune-Pop („It Can Happen“). Der Sound lebt von Freudenthalers auch in hohen Tönen klarer Stimme.

Die Band selbst hat großen Spaß. Immer wieder springen die Musiker zum Schlussakkord vor den dauergrinsenden Schlagzeuger Jan Hees. Ein echtes Qualitätsmerkmal ist auch der mehrstimmige Gesang, den Gitarrist Gabriel Holz, Bassist Dirk Blümlein sowie Komponist, Produzent und Gitarrist Volker Hinkel beisteuern. Dessen Posen sind es, die andeuten, dass Fools Garden noch aus einer Zeit des guten, alten Musikgeschäfts stammen, das keine großen Effekte braucht, sondern einfach gute Musik. Klar war das für die Band früher eine Spur größer – auch die Konzerthallen, die sie füllte. Aber was sind schon Preise wie Echo oder Bambi – nach den vehement eingeforderten Zugaben „Suzy“ und „Rise and Fall“ geht nach mehr als zwei Stunden fast jeder mit einem Lächeln aus dem Saal.

Pforzheim. Was erwartet die Fans auf dem neuen Album von Fools Garden? PZ-news gibt in einem Video mit Frontsänger Peter Freudenthaler, Gitarrist Volker Hinkel und Keyboarder Thorsten Kiefer einen kleinen Vorgeschmack. Zu beachten gilt: Möglicherweise kann das Video im Internet Explorer nicht optimal dargestellt werden. Versuchen Sie es in diesem Fall bitte mit einem anderen Browser.