
- Uta Volz
Pforzheim. Emil Nolde gilt als einer der führenden Expressionisten und bedeutender deutscher Maler. Bekannt und beliebt ist er vor allem wegen der explosiven Farbenpracht seiner Darstellungen. Die starke Wirkung seiner Bilder hat er mit dem bewussten und überlegten Einsatz von Materialien und Technik erreicht, wie Claudia Baumbusch in ihrem Vortrag im ausverkauften PZ-Forum „Emil Nolde und seine Kunst“ detailliert erläuterte. Die Ausstellung zum Thema ist bis zum 28. Februar 2023 in der Pinakothek der Moderne in München zu sehen. Zu betrachten, so Claudia Baumbusch, ist aber nicht nur sein Werk, sondern auch seine inzwischen gründlich erforschte zeithistorische Relevanz. Nolde war ein glühender Anhänger des Nationalsozialismus, Rassist und Antisemit. Nolde malte zeitlebens gegenständlich, fand aber trotzdem nicht die erhoffte Anerkennung beim NS-Regime. 1937 landete er in der Ausstellung „Entartete Kunst“ in München – allerdings ohne schwerwiegende Folgen für ihn und ohne Auswirkung auf seine Gesinnung. Nolde gerierte daraus in den Nachkriegsjahren das lange weitergesponnene Narrativ vom „verfolgten Künstler“.
Emil Nolde wurde 1867 als Hans Emil Hansen in Nolde in Schleswig-Holstein als Kind einer Bauernfamilie geboren. Die Karriere als Künstler war ihm nicht in die Wiege gelegt, er musste sie sich schwer erarbeiten. Eine Lehre als Schnitzer und Zeichner schloss er nicht ab, eine akademische Ausbildung blieb ihm verwehrt.
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