Birkenfeld. Große Oper im Rathaus Birkenfeld: Von sommerlich-leichten Gesängen bis zu hochemotionalen Arien und Duetten aus „Tosca“ oder „Aida“ bewegt sich der gut besuchte, italienische Liederabend bei Musik aus Dresden. Zwei starke Stimmen stehen im Mittelpunkt: Die österreichische Mezzosopranistin Stephanie Atanasov und der texanische Tenor Joseph Dennis. Beide sind mit Dresden verbunden, sie war bis 2012 festes Ensemblemitglied der Semperoper, er gehört dem Solistenensemble seit 2018 an. Zu Gast ist auch der langjährige Solorepetitor der Semperoper, Jobst Schneiderat, der feinfühlig, elegant und im richtigen Moment zupackend am Klavier begleitet.
Zuvor richtet sich der Fokus auf drei andere Personen – den Posaunisten Franz Ladenburger von der Jugendmusikschule, der mit seinem Lehrer Frank Goebel (Klavier) das Konzert mit zwei Stücken eröffnet. Seinem Großvater, Clemens Ladenburger, wird an diesem Abend die Ehrenmitgliedschaft verliehen. „Sie haben die Zukunft unseres Vereins maßgeblich mitgeprägt“, bedankt sich die Freundeskreis-Vorsitzende Annette Becht-Fedon bei dem langjährigen Förderer. Ab in den Süden geht es dann – ganz nach dem Motto „Sogni dal Sud – Träume vom Süden“. Die bezaubernde Stephanie Atanasov singt in fünf Arien von Scarlatti, Marcello und Pergolesi von Liebe, Schmerz und Hoffnung. Mal getragen, mal mit Verve verleiht sie den Liedern Tiefe und Glanz. Mit der Arie des Alfredo aus Verdis „La Traviata“ setzt der stimmgewaltige Tenor gleich ein Ausrufezeichen. Mit hoher Ausdruckskraft gestaltet er seine Arien, ergreifend das Lamento di Federico „E la solita storia del pastore“ von Cilea und die Arie des Cavaradossi „E lucevan le stelle“ aus „Tosca“.
Zuweilen bringt der Tenor den Sitzungssaal mit seiner kraftvollen Stimme an seine Grenzen, so voluminös hält und steigert er die Töne. Leidenschaftlich auch die Arie der Elvira „Mi tradi“ aus Mozarts „Don Giovanni“, bei der die Mezzosopranistin Gefühle von wutentbrannt bis verzweifelt-liebend mit Hingabe vermittelt. Reizvoll auch ihre verzierten Koloraturen bei der Canzone der Eboli aus Verdis „Don Carlo“. Zu dramatisch-spannenden Szenen werden die beiden Duette aus Verdis „Il Trovatore“ und „Aida“, bei der die Stimmen mit feuriger Inbrunst aufeinanderprallen. Tosender Applaus, der mit dem schmissigen Trinklied aus „La Traviata“ belohnt wird.

