Sollen auch Frauen zum Einsatz in der Bundeswehr verpflichtet werden? Das Thema erhitzt die Gemüter. Frauen und Militär, das war eben lange ein Tabu. Dabei waren Frauen in früherer Zeit immer wieder als Soldatinnen im Einsatz.
In ihrem spannenden Buch «Vergessene Soldatinnen» zeichnet die Historikerin Karen Hagemann die Geschichte der Frauen in europäischen Armeen vom Dreißigjährigen Krieg bis heute nach. Frauen waren auf vielfache Weise Teil der Armeen. Als sogenannte Trosserinnen waren sie etwa an der Beschaffung von Nahrung und Kriegsbeute beteiligt und natürlich wurden sie auch schon früh bei der Versorgung kranker und verletzter Soldaten eingesetzt.
Ein lange verdrängtes Thema
Spektakulärer aber sind die Geschichten von «Heldenjungfrauen» und Amazonen, die sich in der Armee als Männer ausgaben und aktiv an Kämpfen teilnahmen. Manche schrieben später, nach ihrer Enttarnung, sogar Bestseller darüber. In den beiden Weltkriegen kamen die beteiligten Armeen gar nicht mehr ohne Frauen aus – als Sanitäterinnen, als Flakwaffenhelferinnen, Funkerinnen, aber eben auch als aktiv Kämpfende zum Beispiel in der Sowjetarmee.
Grundsätzlich waren Frauen immer dann begehrt, wenn Not am Mann war. Allerdings waren die Männer immer peinlich darauf bedacht, dass sich die Frauen hierarchisch unterordneten. Hagemann hat ein lange verdrängtes Thema umfassend und schlüssig aufgearbeitet.
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