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Wandlungsfähig präsentieren sich Marcel Hafner, Manfred Arold, Benny Jäger und Michael Flechsler (von links). Foto: Roller
Wandlungsfähig präsentieren sich Marcel Hafner, Manfred Arold, Benny Jäger und Michael Flechsler (von links). Foto: Roller
05.02.2016

Herrn Stumpfes Zieh- und Zupfkapelle begeistert in Remchinger Kulturhalle

Remchingen-Wilferdingen. Man nehme vier Vollblutmusiker, eine ganze Bühne voller unterschiedlicher Instrumente, eine bis zum Platzen gefüllte Kulturhalle und herauskommt ein vergnüglicher Abend, der immer wieder für Überraschungen sorgt.

In Remchingen stellt „Herrn Stumpfes Zieh- und Zupfkapelle“ erneut ihre Vielseitigkeit unter Beweis, punktet mit Wandlungsfähigkeit und handgemachter Musik. Manfred Arold, Michael Flechsler, Marcel Hafner und Benny Jäger passen in keine Schublade, sondern bewegen sich stilistisch irgendwo zwischen Volksmusik, südländisch anmutenden Klängen und Klassikern des Rock- und Popgenres. Sie schreiben ihre eigenen Lieder, dichten Bekanntes gekonnt um und drücken ihm ihren Stempel auf. In den Songs geht es in breitestem Denglisch um „globale Schafseckel“, um coole Trompeter, den Feierabend, das kleine Örtchen Upfingen und darum, dass man leben soll, bevor es zu spät ist.

Die Melancholie des Alltags

Die auf schwäbisch gehaltenen Texte sind nah am Leben, humorvoll, können aber bisweilen auch ernst werden und fast schon melancholisch stimmen. Zum Beispiel, wenn sie traurig feststellen „’S gibt koi Wirtshaus im Flecka meh“ und damit auf die Situation in vielen ländlichen Gegenden hinweisen, in denen einem am Abend nur noch der Fernseher bleibt und der „Pizza-Inder“ vor der Haustüre steht. Humorvoller geht es hingegen zu, wenn aus Jonny Cashs „Ring Of Fire“ dank der bevorstehenden Hochzeit auf einmal „Der Ring war deier“ wird, wenn anstelle von Biene Maja „die Sabine wieder Mayer“ heißt oder wenn auf die Melodie von Carl Douglas gereimt wird: „I bin an Kung-Fu-Feigling.“ Blitzschnell wechseln die vier Musiker ihre Instrumente, tauschen Banjo gegen Akkordeon, blasen in Trompeten, Posaunen und Klarinetten. Es ist, als ob jeder alles könnte und es nichts gäbe, aus dem die vier nicht doch zumindest ein bisschen Musik herausbrächten. Zu allem Überfluss können die Stumpfes auch noch richtig gut singen – sogar a capella und vierstimmig.

Man merkt an diesem Abend einfach, dass die vier nicht einfach routiniert ihr Programm herunterspielen, sondern mit Leidenschaft und Herzblut bei der Sache sind. Das Publikum dankt mit tosendem Applaus, auf den gleich zwei Zugaben folgen.