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Zsa Zsa Bürkle steht schon seit vielen Jahren vor der Kamera – nun spielt sie im ARD-Zweiteiler „Gladbeck“ mit. Foto: Peter Hartwig
Zsa Zsa Bürkle steht schon seit vielen Jahren vor der Kamera – nun spielt sie im ARD-Zweiteiler „Gladbeck“ mit. Foto: Peter Hartwig
Wer wird gleich den Kopf in den Sand stecken: Zsa Zsa Inci Bürkle in „Fack Ju Göhte 2“.  Assmann/Constantin Film/dpa
Wer wird gleich den Kopf in den Sand stecken: Zsa Zsa Inci Bürkle in „Fack Ju Göhte 2“. Assmann/Constantin Film/dpa
„Die Wilden Hühner“ im Jahr 2007: Melanie (Paula Riemann, von links), Trude (Zsa Zsa Inci Bürkle), Sprotte (Michelle von Treuberg), Wilma (Jette Hering) und Frieda (Lucie Hollmann). Foto: von der Heydt/Zdf
„Die Wilden Hühner“ im Jahr 2007: Melanie (Paula Riemann, von links), Trude (Zsa Zsa Inci Bürkle), Sprotte (Michelle von Treuberg), Wilma (Jette Hering) und Frieda (Lucie Hollmann). Foto: von der Heydt/Zdf
07.03.2018

In Pforzheim geborene Zsa Zsa Bürkle spielt Geisel im Filmdrama „Gladbeck“

Pforzheim/Straubenhardt. Wieder stirbt sie auf dem Bildschirm. Zsa Zsa Bürkle wurde in ihren letzten Rollen meistens ermordet. So auch in „Gladbeck“, dem ARD-Zweiteiler über die dreitägige Geiselnahme im August 1988. In dem Zweiteiler spielt sie die Geisel Silke Bischoff, die beim finalen Schusswechsel getötet wird. Das ständige Opfer? „Ich mache auch schon Späße darüber. Ob es was zu bedeuten hat?“, fragt sich die 22-Jährige und lacht. Zsa Zsa Bürkle bezeichnet sich im Telefongespräch mit der PZ als „waschechte Pforzheimerin“.

Nur noch ein-, zweimal im Jahr, meist an Weihnachten, komme sie in die Region, um Kindheitsfreunde, ihren Vater oder ihre Straubenhardter Oma Elfriede Weber zu besuchen. „Leider. Berlin ist meine Basis, aber dort fühle ich mich zuhause. Es ist so schön familiär.“

Wegen Oma Elfriede hätte sie eigentlich Florentine heißen sollen. „Doch nach der Geburt hatte ich schwarze Haare und ’ne Irokesen-Frisur, das hätte nicht gepasst.“ Ihre Eltern, beide damals Musiker, wollten unbedingt einen „Set-Namen“, wurden bei Zsa Zsa Gabor fündig – und legten ihr die Schauspielkarriere buchstäblich mit in die Wiege. Die startete, als sie noch nicht mal zehn Jahre alt war. Das „wilde Huhn von Ottenhausen“ titelte die PZ im Februar 2006, als Bürkle beim ersten Teil der Verfilmung von Cornelia Funkes Buch „Die Wilden Hühner“ die pummelige, schüchterne Trude spielte. Elfriede Bürkle erkannte das Naturtalent ihrer Enkelin früh. „Sie hatte ganz leicht auswendig gelernt. Die Drehbücher musste sie nur einmal durchlesen und schon sagte sie mir: ,Oma, ich weiß alles‘“, erinnert diese sich.

Pummelig und schüchtern ist Zsa Zsa Bürkle heute nicht mehr. 1,73 Meter groß, blau-graue Augen, schlank, tanzt Ballett, macht Yoga, spielt Gitarre und Klavier – so steht es im Profil ihres Managements. Auf Instagram (zsazsainci) folgen ihr über 50.000 Fans. Die sozialen Netzwerke ständig mit neuen Inhalten zu bestücken, ist für sie mehr Segen als Fluch. „Natürlich gibt es mal uninspirierte Zeiten. Aber es ist ein tolles Werkzeug und gehört heute einfach dazu.“ Sie habe dadurch viele Möglichkeiten, sich zu promoten, mit ihren Zuschauern zu verbinden. „Mir macht es Spaß, am Ende sollte man es nicht so ernst nehmen. Ich konzentriere mich auf die positiven Seiten“, sagt sie mit Blick auf die Kommentare, die teils zu Hunderten unter ihre Fotos geschrieben werden. „Die meisten lese ich auch.“ Einen Shitstorm habe sie noch nicht ausgelöst, sie poste aber ohnehin nichts Kontroverses. Obgleich sie die „MeToo“-Bewegung für „super wichtig und lange überfällig“ hält. Sie selbst habe keine Erfahrungen mit Übergriffen gehabt. „Zum Glück.“

Angesprochen auf ihre Jugend sagt sie, „ich war eigentlich immer mit Drehen beschäftigt.“ Zwar habe sie hin und wieder Schauspielunterricht genommen, das meiste jedoch vor laufender Kamera gelernt. „Die Wilden Hühner“ waren dabei ein guter Karrierestart. Es ging weiter mit der Serie „Doctor‘s Diary“ von Bora Dagtekin, später „Fack ju Göhte“-Regisseur. Zum zweiten Teil der Filmreihe holte dieser die Pforzheimerin im Jahr 2015 für eine Nebenrolle ins Team. Seither geht es Schlag auf Schlag: Serien, Fernsehfilme – und jetzt „Gladbeck“, eines der mit großer Spannung erwarteten TV-Projekte in diesem Jahr.

Die Geiselnahme, die die Republik sieben Jahre vor ihrer Geburt schockierte, klang für Bürkle zunächst absurd. „Ich konnte mir nicht vorstellen, dass das wirklich passiert ist.“ Drei Monate lang hatte sie Zeit, der Person Silke Bischoff nahe zu kommen. Das Produzenten-Team um Regina Ziegler habe detailliert recherchiert, viel Material und Lektüre zur Verfügung gestellt. Entstanden sei ein Film über Ohnmacht und Beklemmung, einen Zustand wie im Elektroschock. Körperlich anstrengend sei es gewesen, den Druck, die Angst und Anspannung der tagelangen Geiselnahme beim Dreh zu halten. Das Thema Terror habe sie regelrecht ergriffen. Für die Rolle der Silke Bischoff musste sie ihre Haare blond färben und den Schnitt ändern. „Die Ähnlichkeit zu ihr hat mich am Ende selbst verblüfft“, sagt sie. Am Mittwochabend werde sie sich den Film anschauen. Mit ihrer Mutter und Freunden. Natürlich sei sie jedes Mal nervös, wenn es zur Ausstrahlung kommt. „Ich bin gespannt, wie der Film ankommen wird, besonders bei der jüngeren Generation.“ Und sie sei sehr dankbar, Teil dieses Projekts sein zu dürfen.

Auch das nächste steht fest: der ZDF-Mehrteiler „Walpurgisnacht“, gedreht in Prag. Ob sie wieder als Leiche endet, bleibt aber noch eine Weile offen.

ZUR PERSON:

Zsa Zsa Inci Bürkle wurde am 20. August 1995 in Pforzheim geboren. Aufgewachsen ist sie in Straubenhardt-Ottenhausen, in Pforzheim ging sie auf die Waldorfschule, zog aber im Alter von sechs Jahren mit der Mutter nach Berlin, wo sie bis heute lebt – mit einer kurzen Unterbrechung: Als ihre Mutter in den USA arbeitete, machte Zsa Zsa Bürkle dort ihren High School Abschluss. Bürkle war noch keine zehn Jahre alt, als sie von einer Filmstudentin in Berlin auf der Straße angesprochen wurde. Doch die Szene wurde rausgeschnitten, wie sie erzählt – „Nach langer Bearbeitung von mir“ habe sie ihre Mutter bei einer Agentur untergebracht.

Dann ging‘s los: Bekannt wurde sie mit ihrer Rolle als Trude in „Die Wilden Hühner“ und dessen Fortsetzungen. In allen drei Staffeln stand sie sie für die RTL-Serie „Doctor’s Diary“ sowie in Werbespots von RBB und ZDF vor der Kamera. 2015 spielte sie in „Fack ju Göhte 2“ in einer Nebenrolle mit. 2016 folgte eine Hauptrolle im Fernsehfilm „Verdammt verliebt“ unter der Regie des Stuttgarters Ulli Baumann. In der RTL-Serie „Der Lehrer“ taucht sie seit 2016 als Schülerin Emma auf. Neben der Schauspielerei macht Bürkle Musik, mit dem Electronic-Duo Lionzz. mich

ZUM FILM - ARD zeigt am Mittwoch und Donnerstag den Zweiteiler „Gladbeck“

Zum 30. Mal jährt sich das Geiseldrama von Gladbeck in diesem Sommer. Einer der spektakulärsten Kriminalfälle im Nachkriegsdeutschland, der die Bundesrepublik an drei Tagen in Atem hielt, der zwei Geiseln und einen Polizisten das Leben kostete, der als Versagen der Staatsmacht und als journalistischer Sündenfall in die Geschichte einging. Einer der beiden Täter, Dieter Degowski, ist gerade aus der Haft entlassen worden. Der andere, Hans-Jürgen Rösner, sitzt weiter. Er war es auch, der „Gladbeck“ juristisch verhindern wollte: jenen TV-Zweiteiler, den das Erste heute und morgen jeweils um 20.15 Uhr zeigt.
Live dabei sind damals streckenweise Millionen TV-Zuschauer, als die Täter nach dem missglückten Banküberfall in Gladbeck mit Geiseln durchs Land fliehen – verfolgt von einer hilflos wirkenden Polizei und einer Presseschar wie im Rausch. Vor laufenden Kameras geben die Verbrecher Interviews, während sie in Bremen in einem Bus Geiseln in ihrer Gewalt haben.
In Köln kommt es zur bizarren „Pressekonferenz“ aus dem dicht umlagerten Fluchtwagen heraus – die 18-jährige Geisel Silke Bischoff muss Fragen beantworten, während Degowski ihr die Waffe an den Kopf hält.
Regisseur Kilian Riedhof will die „Erschütterung und Ohnmacht“, die er selber angesichts von Gladbeck empfunden habe, auf das Publikum übertragen. Sein Film bewegt – und holt den Nervenkrieg aus dem August 1988 zurück auf den Bilschirm.
Sascha Alexander Geršak als Rösner, Alexander Scheer als Degowski und die Pforzheimerin Zsa Zsa Inci Bürkle als Silke Bischoff gleichen den realen Vorbildern für ihre Rollen frappierend.
54 Stunden komprimiert in zweimal 90 Minuten. Kein Dokudrama, sondern „ein dramatisch verdichtender Spielfilm“ (Riedfhof). Drehbuchautor Holger Karsten Schmidt dienten unter anderem die Untersuchungsberichte aus Nordrhein-Westfalen und Bremen als Quellen. Daneben seien etwa Tondokumente umfassender als zuvor ausgewertet worden, schreibt Produzentin Regina Ziegler über das mehrjährige Projekt.
Wer die Originalbilder vor Augen hat, wird sie bis ins Detail wiedererkennen. Was der Öffentlichkeit verborgen blieb – Chaos, aber auch Kalkül in den Behörden – rekonstruierte die Crew anhand von Aufzeichnungen und Gesprächen. Wie kam es zum Versagen von Polizei und Presse? Ihm sei es nicht darum gegangen, einfach zu bewerten und zu verurteilen, sagt Riedhof („Der Fall Barschel“). „Der Zuschauer soll immer in dem Moment auch bei den Figuren sein und sich selber fragen: Was würde ich machen?“ Dorit Koch

maninblack
07.03.2018
In Pforzheim geborene Zsa Zsa Bürkle spielt Geisel im Filmdrama „Gladbeck“

Ihr seid ja die Weltmeister im spoilen. Gleich im dritten Satz schreiben, wer ermordet wird. Meine Güte! mehr...

Anais
07.03.2018
In Pforzheim geborene Zsa Zsa Bürkle spielt Geisel im Filmdrama „Gladbeck“

Weltmeister im Spoilen.:confused: Das ist kein Krimi. [URL="https://de.wikipedia.org/wiki/Geiselnahme_von_Gladbeck"] Das ist so passiert, und eine Menge Leute wissen auch noch, wie es ausging. [/URL]:( mehr...