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Jasper O’Callaghan stellt unter dem Titel „from a line to a shape“ analoge Fotografien aus. Foto: Ketterl
Jasper O’Callaghan stellt unter dem Titel „from a line to a shape“ analoge Fotografien aus. Foto: Ketterl
10.07.2018

Jasper O’Callaghan entführt auf eine besondere fotografische Reise

Pforzheim. Es ist ein spannender Rundgang um die Büros von „Goldstadt 250“ herum: Jasper O‘Callaghan zeigt in den Fenstervitrinen rund 60 Fotografien – und nimmt den Betrachter mit auf eine Reise von der Linie zur Fläche.

Wie das geht? Der 21-Jährige, der im ersten Semester Industriedesign an der Hochschule studiert, hat drei Städte ins Visier genommen: Siena, die Heimatstadt seines Vaters, Pforzheim als Studienort und Karlsruhe auf dem Weg zwischen der Heimatstadt Mannheim und dem neuen Domizil. Doch es geht ihm nicht darum, die architektonische und landschaftlichen Schönheiten mit der analogen Canon-Kamera, die einst seiner Mutter gehörte, festzuhalten. Sein Ausgangspunkt sind Linien, etwa die, die sich durch Stromleitungen vor hellem Himmel abzeichnen. Dazu kommen dann Flächen, zuerst fast zaghaft und klein, beispielsweise Straßenleuchten, die hoch über den Köpfen der Menschen über den Asphalt gespannt werden.

Je weiter der Rundgang führt, umso mehr Bedeutung erhält die Fläche, umso mehr verschwimmt die Grenze zwischen Realität und Komposition. Zum Beispiel wenn die Ecke eines Gebäudes ins sonst leere Bild hineinragt. Oder wenn O‘Callaghan die Vertikale betont: Landschaften und Horizonte – die klar voneinander abgegrenzt sind. „Black And White“ überschreibt er die vierte Station: Seine analogen Aufnahmen, die er im Labor der Hochschule vergrößert hat, leben stark vom Kontrast. Strukturierte Flächen, die den Blick auf eine kleine weiße Wolke freigeben, entpuppten sich schnell als Hauswände. Und gerade im letzten Kapitel „Reine Form“ ist nur noch schwer zu entscheiden, ob die Fotografien des 21-Jährigen abstrakt oder gegenständlich sind. Denn gerne führt der den Betrachter auf die falsche Fährte, weiß letztlich nur selbst, ob er eine Tür, einen Eingang, einen Durchblick oder eine geometrische Anordnung auf seinen Negativen festgehalten hat.