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Eine Besucherin informiert sich noch mal kurz in der PZ über die Band-Geschichte.
Fools Garden und das Kulturhaus Osterfeld: Seit vielen Jahren herrscht eine enge Beziehung. ketterl
Ein überaus aufmerksames Publikum weiß ihre Lokalhelden zu schätzen.
26.09.2016

Jubiläumskonzert von Fools Garden im Osterfeld

Soll einer noch sagen, Musik sei nicht völkerverbindend. Als die Angetraute des Autors im fernöstlichen Singapur in Chinatown in einem schicken Lädchen in Sachen Seide fündig wird, fragt sie der freundliche Verkäufer nach dem Land der Herkunft.

Auf die Antwort „Germany“, kommt es wie aus der Pistole vom Gegenüber: „Lemon Tree“ . Als sie erzählt, dass wir aus der Heimatstadt der Band Fools Garden kämen, nämlich Pforzheim, kann er sein Glück gar nicht fassen.

Bildergalerie: Fools Garden im Kulturhaus Osterfeld

Ohrschmeichler à la Beatles

Mit „Lemon Tree“ hatte die Goldstadt jedenfalls vor zwei Jahrzehnten plötzlich einen musikalischen Exportschlager von Weltformat, auch und gerade den Popfans im fernen Osten hatte es der Ohrschmeichler à la Beatles wohl besonders angetan.

Textsicheres Publikum

Und prompt, da lassen sich Fools Garden am Freitagabend nicht lange bitten, starten sie mit ihrem Gassenhauer durch – wenngleich in einer rhythmisch etwas vertrackten Variante, die sie im vergangenen Jahr für ihr Coveralbum „Flashback“ produziert hatten. Weiter geht’s in bester Britpop-Manier mit „High time“ in entspanntem Duktus – das oft textsichere Publikum ist ganz in seinem Element.

Dennoch: Jubiläumskonzert hin oder her, die Band um Sänger Peter Freudenthaler möchte sich ganz und gar nicht allein auf die Vergangenheit verlassen. Wie ein roter Faden ziehen sie sich durch das Programm des Abends, die neuen Songs, die im kommenden Jahr auf einem neuen Album erscheinen sollen. So etwa „A new world“, ein Titel, der durch seine sanfte, lyrische Melodieführung – vielleicht – das Potenzial für einen Gassenhauer in sich trägt. Wie mit dem Wind sei er daher geflogen, erzählt Freudenthaler mit seiner sanften, und doch so ausdrucksstarken Stimme,

Sanfte Aufforderung

Und dann immer wieder auf Nummer sicher mit dem „Ordinary man“ oder „Dreaming“, mit dem die Pforzheimer in Russland einen Superhit landen konnten. Und die sanfte gestische Aufforderung von Freudenthaler ans schwelgende Publikum, sich doch bitte von den Sitzen zu erheben. Kleinere Gruppen raffen sich auf, um es sich dann wieder in den Osterfeld-Sesseln bequem zu machen.

Entspannte Gaudi-Nummer

Natürlich kommt der dann doch noch, der Zitronenbaum, in seiner angestammten Ohrwurm-Variante. Vorab die kleine rhetorische Frage in den Saal: „Seit ihr bereit für den Zitronenbaum?“ Und raus geht’s aus den Sesseln und mitgeträllert wird, während die Musiker bestens gelaunt ihren Tophit als entspannte Gaudi-Nummer schon fast provozierend locker präsentieren. „,Lemon Tree‘ hat mir die Möglichkeit eröffnet, den schönsten Beruf der Welt auszuüben“, sagt dann Freudenthalter später noch, vielleicht als ein kleines Resumée zu 25 Jahren Fools Garden.

Mit dem brandneuen Song „Save the world tomorrow“ wird die Zugabe dann eröffnet, ein Song in verführerischen Harmonielinien, der sein Potenzial für Größeres hat. Endgültig Schluss ist mit „Suzy“, deftig-melodischer Rock der besten Sorte, mit dem wunderbaren Gitarrensound der Herren Volker Hinkel und Gabriel Holz und einem ebenso bestechenden Gruppengesang.