nach oben
Meryl Streep spielt die schillernde Florence Foster Jenkins. Foto: Constantin
Meryl Streep spielt die schillernde Florence Foster Jenkins. Foto: Constantin
24.11.2016

Königin der schiefen Töne: Film zeigt Leben von Florence Foster Jenkins

Berlin. Mit Leidenschaft und einer großen Portion Selbstbewusstsein kann man im Leben viel erreichen. Ein besseres Beispiel als die US-amerikanische Sängerin Florence Foster Jenkins gibt es dafür wohl nicht. Zum Glück hat Foster Jenkins dazu auch noch Geld und gute Verbindungen.

Damit will sich die exzentrische Lady der New Yorker High Society im hohen Alter den Traum erfüllen, in der Carnegie Hall vor Tausenden Leuten zu singen. Schön und gut, wäre da nicht ein kleines Problem: Wenn sie den Mund aufmacht, zerspringt ihren Zuhörern vor Schreck fast das Trommelfell. Die Lebensgeschichte der „Florence Foster Jenkins“ (1868-1944) kommt heute mit Meryl Streep in der Hauptrolle in die deutschen Kinos.

„Möchten Sie es nochmal versuchen?“, fragt der Aufnahmeleiter im Tonstudio Foster Jenkins, als sie gerade ein Stück in den schiefsten Tönen eingesungen hat. „Ich wüsste nicht, warum“, entgegnet die Diva keck. „Für mich war es perfekt.“ Von ihrem Gesangstalent ist die großzügige Millionärin auch so überzeugt, weil ihr nie jemand ins Gesicht gesagt hat, dass sie keins hat. Wüsste man nicht, dass es Florence Foster Jenkins und das Konzert in der Carnegie Hall wirklich gegeben hat, hielte man es kaum für möglich, dass jemand so naiv und blind sein kann.

Gleichzeitig kann man nicht anders, als die unbegabte Opernsängerin für ihre Warmherzigkeit zu mögen. An ihrer Seite hat Foster Jenkins dabei jemanden, der vor Scham am liebsten regelmäßig im Boden versinken würde. Ihr Pianist Cosmé McMoon, herrlich nervös gespielt von „The Big Bang Theory“-Star Simon Helberg, gerät vor dem großen Auftritt in Panik: „Wir werden da draußen gelyncht!“

Originalaufnahme von Jenkins auf www.pzlink.de/jenkins