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Wer Zweifel hat, dass Volksmusiker alles, aber auch wirklich alles spielen können, wird von den CubaBoarischen bestens kuriert. Foto: Frommer
Wer Zweifel hat, dass Volksmusiker alles, aber auch wirklich alles spielen können, wird von den CubaBoarischen bestens kuriert. Foto: Frommer
14.04.2018

Krachledern und karibisch: Ausverkauftes Konzert der CubaBoarischen im Kulturhaus Osterfeld

Pforzheim. Die CubaBoarischen schaffen den Takt- und Klangwechsel von krachlederner Volksmusik zu karibischer Bachata, zu Son oder Merengue ansatzlos, als wär’s gar nichts. Polka feiert mit Salsa Hochzeit, urbayrisches Couplet („Brautschau“) und Cumbia Colombiana verbrüdern sich euphorisch – oder werden mit einem Galopp („99“) verbunden. Irgendwann grüßt Santanas „Oye como va“ als Uptempo. Alles geht an diesem Abend – beim erneut von viel Beifall begleiteten Auftritt der CubaBoarischen im nahezu ausverkauften Kulturhaus Osterfeld.

Schon der Einmarsch der musikalischen Stil-Mixer aus dem bayrischen Ortswinzling Vagen im Mangfalltal (A 8, Ausfahrt Irschenberg) zu einem gestandenen Defiliermarsch ist das Publikum im großen Osterfeld-Saal in allerbester Stimmung. Und bereits beim nächsten Titel – „No me llores“ – wogt die Karibik in den Saal, als hätten die acht Musiker keinen Tontechniker an der Bühnenregie stehen, sondern „Scotty“, ja, den aus „Raumschiff Enterprise“, der die Band und ihre etwa 290 Gäste eben mal nach Kuba „beamt“. Erster Spontanbeifall im Saal.

Die CubaBoarischen, das sind: Andreas Meixner (Klarinette), sein Bruder Hubert Meixner (Akkordeon) und dessen Sohn Leo Meixner (Percussion) sowie Michael Mayer (Trompete), Hans Förg (Saxofon), Sepp Rottmayr (Gitarre), Markus Wallner (Bass) und Peter Rutz (Percussion). Alle Bandmitglieder mit einem führenden M im Familiennamen steuern ihren Teil zum vierstimmigen Gesang bei.

Wer Zweifel hat, dass Volksmusiker alles, aber auch wirklich alles spielen können, der wird schon mit einer Konzerthälfte der CubaBoarischen bestens kuriert. Glanzlichter ihres beeindruckenden Auftritts in der Goldstadt sind Leo(nhard) Meixners Gesang zum Liebeslied „Mujeres como tu“, Michael Mayers mitreißendes Trompeten-Solo zum karibisch runderneuerten „Alten Dessauer“ oder das Klarinetten-Feature von Hans Förg zu „La negra tomasa“. Ende des zweiten Sets legt die Formation noch eine Schippe drauf: Auf den Salsa-Walzer (ja, im 4/4- und im 3/4-Takt) „Schwiegermutter tanz amol“ mündet das Konzert in das ausgelassene „El loco“ – samt Rap-Einlage à la Falco.

Pures Konzertvergnügen

Der Saal steht, besser gesagt tanzt und singt mit. Zwei Zugaben beschließen den vergnüglichen Abend: „Limonero“ und der Klassiker „Yolanda“. Am Schluss gibt’s stehende Ovationen – ein pures Konzertvergnügen.

Informationen im Internet: www.diecubaboarischen.de